Die Rahmenhandlung dieses Amateurfilmchens ist ebenso schundig wie das ganze Werk: Ein Arzt operiert an Patienten herum, die daraufhin zu willenlosen Exhibitionisten mit Killerinstinkt mutieren. Die Dorfjugend, allen voran Silvia Kippert als keckes Mäuschen nimmt den Kampf gegen die zeigefreudigen Lahmärsche auf. Dazu ist sie im Minikleidchen gut gerüstet, ebenso wie der Rest der Familie ein anheimelndes Flair von Kuhstallgeruch verbreitet. Schauspielerisch befindet man sich auf unteirdischstem Laienniveau, mal hüpfen sie wie beim Ringelpietz in der Wohnung herum, dann wieder in der Pampa, erstaunt ist man, dass die Figuren sogar sprechen können. Was im einzelnen da gesabbelt wird, hat man just beim Abspann wieder vergessen, ist aber für diese wahnsinnig komplexe Story nicht von Belang. Wenn man sich das durch Tonabstellen erspart (Empfehlung !), kommt man gleichzeitig noch um den unsäglichen selbstgemachten Billig-Disco-Drecks-Soundtrack drumherum. Die über den Film verteilten Exhibitionistenattacken sind nicht gerade das, was man ästhetisch nennen kann, gefährlich ohnehin nicht. Wenn es zu den amateurtypischen Splatterarien kommt, entfaltet Regisseur Jochen Taubert sein ganzes Talent, dass am passendsten mit Nichtvorhandensein umschrieben werden kann. Da wird die rote Soße aus dem Off ins Bild gekippt und als Höhepunkt ein paar Schweinerippchen mit Rot auf den Klamotten garniert, das taugt nicht einmal als improvisiertes Halloweenkostüm. Zwischendrin eingefügte originale Endoskopaufnahmen von OPs sind viel zu schade, um sie hier als Perlen vor die Landeier zu werfen. Im harten Kampf um die dusseligere der beiden Parteien hat auch Papi (sieht aus wie Boris Beckers Trainer) Probleme, wenn die Kettensäge nicht anspringt. Zwischendrin dürfen drei Nichtsnutze noch kurz als Spezialsonderkommando zeigen, was sie bei der Bundeswehr offensichtlich auch nicht gelernt haben, bevor sie abtreten. Aber zum Glück hat Pummelchen im kleinen Schwarzen die Waffen gezückt und zudem noch ihre Geheimwaffe dabei: ihren Papi im Supermannkostüm, au warte. "Exhibitionistenattacke" ist mal wieder ein Beweis dafür, welche Auswüchse es geben kann, wenn das Videoequipment einen derartigen Preisverfall erlebt. Gegen dieses Machwerk, wie auch anderer Schund aus dem Hause Taubert (besonders übel z.B. "Piratenmassaker"), wirken Dilettanten wie Andreas Schnaas wie große Filmkunst.
Fazit: Wer am Rechner ein wenig fit ist, schneidet die OP-Aufnahmen heraus und tritt den Rest in die Tonne. Und hinterher anzünden nicht vergessen. 1/10 Punkten