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Filme mit Curtis "50 Cent" Jackson waren bis jetzt nicht wirklich eine Offenbarung. Dies hat er nun mit ALL THINGS FALL APART deutlich geändert. Nicht nur weil er auch neben der Hauptrolle für das Drehbuch, die Produktion und die Musik verantwortlich zeichnete, sondern weil er wirklich schauspielerisches Talent gezeigt hat. Zumindest das maximale welches in ihm steckt. Er tut dies in einem engagierten Film, der bei weitem nicht perfekt ist, aber als Sportdrama mit dem gewissen Filter und wenig Erwartungen fair unterhält.

Es beginnt auch gleich mit American Football Sportszenen in denen wir 50 Cent als halben Hulk durch das Spielfeld stampfen sehen. Ganze 30 Minuten später macht ihm aber der Arzt (Ray Liotta) die Diagnose des Tumors im Brustkorb und dass körperliche Anstrengung zu vermeiden sei. Nicht wirklich eine gute Nachricht für einen angehenden NFL Star. So sehen wir 50 Cent ab Mitte des Films in dem abgemagerten Zustand mit den Bildern die durch die Presse gingen.

Die ist wirklich eine schockierende Transformation und man erkennt ihn kaum wieder. Auch durch seine schlaffe Körperhaltung und seine  viel zu großen alten Shirts wird dieser Eindruck noch verstärkt. Er hat für die Rolle mal schlappe 25 Kilo abgenommen und wie er berichtete, war es sehr hart. Er hätte es zum Schluss nur geschafft aus Tribut und Erinnerung an einen Jugendfreund der an Krebs gestorben ist.

Neben diesen positiven Rahmenfakten kann ich leider dem Drumherum und dem Film aus formaler Sicht keine gute Note geben. Es gibt einigen Leerlauf im Drehbuch, das Timing ist oft zäh und die Nebencharaktere sind bis auf wenige Ausnahmen sehr klischeehaft dargestellt, genauso wie das sehr durchwachsene Frauenbild des Films. Es gibt eine Menge uninspirierter Dialoge und das ganze Setup wirkt wie ein braver TV-Film ohne viel Budget und recht konservativ.

Curtis Jackson könnte über das obige Lob hinaus schon etwas emotionaler auftreten, dynamischer in den Szenen sein und auch variabler in seiner Mimik und Gestik. Meines Erachtens hat er sich mit den vielen oben genannten Funktionen bei dem Film vielleicht etwas übernommen und hätte die Hauptrolle abgeben können. Aber er ist ein Mann für die Front und deshalb hat er selbst gespielt. Dies ist absolut nachzuvollziehen.

Zuguterletzt muss noch die Deutsche Synchro bemängelt werden und wer irgendwie kann, sollte den Film im Original sehen. Letztlich ist auch die Geschichte vorhersehbar, aber sie hat trotzdem ihren Charme aus der immer guten Geschichte eines Mannes der trotz eines herben Rückschlages nicht aufgeben will.

Übrigens, gesundheitliche Bedenken in Bezug auf den guten 50 Cent muss man sich nicht machen. Inzwischen ist er wieder auf seinen durchtrainierten 100 kg. Sorgen mache ich mir um ihn als Schauspieler nach dieser deutlich aufsteigenden Performance auch nicht mehr. Er hat in ein Projekt viel Herzblut investiert und das maximale aus sich herausgeholt. Auch deswegen plädiere ich für

6/10 Punkten

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