Autor und Regisseur Dante Tomaselli liefert alle paar Jahre einen Horrorstreifen ab, der auf einem düsteren, religiös angehauchten Kernthema beruht. Im vorliegenden Film spielt ein von Grund auf böser Dreizehnjähriger die Hauptrolle, dessen dubiose Wandlungen zuweilen reichlich konfus anmuten.
Der Junge Jimmy scheint von einem Dämon besessen zu sein und wird in einem Käfig gefangen gehalten. Sein Bruder Mark, ein junger Priester versucht es vergeblich mit Exorzismus und als Jimmy in einer Jugendstrafanstalt landet, scharrt er Gleichgesinnte um sich, die jeden im Dorf aus dem Weg räumen wollen, die einst in ihrer Vergangenheit mitmischten...
Tomaselli zieht seinen Streifen wie einen surrealen Fiebertraum auf, bei dem es zu Träumen im Traum kommt und bei zahlreichen Ereignissen hinterfragt werden muss, ob sie denn der Realität entsprechen. Die mickrigen 200.000 Dollar Produktionskosten sieht man dem Werk zumindest kaum an, da die düstere Optik wie aus einem Guss daherkommt und einige Schauplätze für stimmungsvollen Grusel sorgen. Primär die Katakomben einer verlassenen Burg entfalten morbide Momente, aber auch schlichte Wohnräume fügen sich dieser Stimmungsebene nahtlos ein, während das durch Brandverletzungen entstellte Gesicht von Jimmy für den einen oder anderen kleinen Schauer sorgt.
Durch den dramaturgisch holprigen Aufbau wird man jedoch mit keiner Figur wirklich warm, da ein ehemals behandelnder Psychiater zu unbeholfen nachforscht und der junge Priester zu selten ins Spiel kommt. Der Mischmasch aus diversen Vorbildern macht es ohnehin nicht leicht, einen roten Faden herauszufiltern, da Tomaselli von "Halloween" über "Them", "Castle Freak", "Exorzist" und "Carrie" alles wahllos einfließen lässt, obgleich die surreale Grundtendenz hierdurch nie aus dem Gleichgewicht gerät. Nur erscheint der Storyverlauf eben kaum ausgewogen.
Bei alledem können sich die handgemachten Gewalteinlagen sehen lassen, auch wenn der Titel weitaus mehr Blutvergießen suggeriert. Es gibt blutende Augen, ein Beil zwischen einer Hand, eine Enthauptung und eine tiefe Brandwunde. Der Score fügt sich indes den düsteren Schauplätzen und weiß mit einigen experimentell angehauchten Klängen und Kollagen zu überzeugen und auch die meisten Mimen liefern solide ab.
Lediglich bei angedeuteten Stunts wird nichts gewagt, denn da stürzt nicht jemand direkt in eine Fallgrube, sondern der Score muss dieses Geräusch imitieren, - Körpereinsatz sieht wahrlich anders aus.
Im Gesamtbild kann die Atmosphäre durchaus punkten und zwischenzeitlich gibt es eine Handvoll spannender Szenen zu verzeichnen, doch wahre Gänsehaut stellt sich genauso wenig ein, wie ein prickelndes Mitfiebern, da es diesbezüglich an der dünnen und oftmals holprig erzählten Story hapert und die Optik dagegen nur bedingt ankämpfen kann.
Wer sich auf den alptraumartigen Trip einlässt und dabei weniger Wert auf eine temporeich erzählte Geschichte legt, könnte allerdings Gefallen an dem Werk finden.
5,5 von 10