Der italienische Sandalenfilm gilt eigentlich als Relikt der Filmgeschichte, doch scheinbar gibt es doch noch verzweifelte Versuche, das Genre nicht völlig aussterben zu lassen.
Regisseur und Autor Stefano Milla setzt allerdings am völlig falschen Ende an, indem er sich statt richtiger Schauspieler irgendwelcher Wrestler bedient und eine Story dahinklatscht, die eigentlich nicht im Zustand geistiger Klarheit entstanden sein kann.
Wo auch immer das Königreich Keemok anzusiedeln ist: Hier trifft König Wolfkahn einen uralten Dämon, mit dem er einen Pakt schließt. So erhält er die komplette Macht aller Königreiche und muss zum Tausch seine Neugeborenen opfern.
Einige Jahre später findet auf dem königlichen Hof ein Gladiatorenturnier statt, dessen Sieger als Nachfolger des Königs gehandelt werden soll, während Wolfkahns Söhne, Kayne und Gunnar unterwegs sind, die böse Macht endgültig zu besiegen…
Das fahrige Drehbuch findet von Beginn ein keine klare Linie und schafft es noch nicht einmal, auf simple Art und Weise einen Helden zu etablieren.
Die Exposition mit dem geschlossenen Pakt in einer Höhle lässt bereits auf geschluderte CGI schließen, doch als dann einige Zeichnungen im Manga-Stil folgen, um die anschließenden Ereignisse zusammenzufassen, sträuben sich erstmals die Nackenhaare.
Zwar sind im Folgenden noch einige Landschaftsaufnahmen passabel eingefangen und auch Teile der Ausstattung wie Kleidung und Waffen sind okay, doch das Drehbuch weiß zu keiner Zeit wohin mit dem Sammelsurium vager Handlungsstränge.
So finden ein paar unspektakulär in Szene gesetzte Kämpfe im Hof des Schlosses statt, bei denen zwar einige Blutfontänen zu sehen sind, doch die Choreographie zeichnet sich durch fantasielose Moves und dem ständigen Ausholen in Zeitlupe ab, was auf Dauer zu Ermüdungserscheinungen führt, zumal die Fights im letzten Drittel nur noch bruchstückhaft als Parallelmontage zum Nebenhandlungsstrang eingesetzt werden.
zumindest ist die eine oder andere Brutalität vorhanden, so dass immerhin Finger abgetrennt, Schädel an Betonmauern geschlagen und Nacken per Schwert aufgetrennt werden, auch wenn es nie sonderlich explizit bebildert wird.
Das größte Manko stellen jedoch die durchweg üblen Mimen dar, die außer einer ordentlichen Muskelmasse nichts zu bieten haben. Hölzern angeln die sich von Szene zu Szene, ohne wahrscheinlich zu wissen, was sie da überhaupt verkörpern sollen. Schlimm auch die beiden mitwirkenden Damen, denn die Gladiatorenfrau fällt durch ihren strammen Körperbau und die überdimensional großen Hupen auf, während die andere als vermeintliche Tochter des Königs wie die Discoschlampe von nebenan rüber kommt und den letzten Funken möglicher Authentizität in den Sand setzt.
Mit schauspielern hat das Ganze nichts zu tun.
Eine vage Hoffnung birgt für geraume Zeit der Score, welcher zwar ein wenig zu dick aufträgt und wahrscheinlich zwangsläufig an Zimmers „Gladiator“ erinnert, jedoch auch ein paar eigenständige Melodien mit gefälligen Streicher-Arrangements einbringt.
Ein bitterer Break folgt allerdings, als sich zwei Kämpfer außerhalb der Arena kloppen und im Hintergrund tatsächlich Beats mit E-Gitarre erklingen. Spätestens ab da ist es mit den heroisch anmutenden Klängen vorbei und man fühlt sich wahrlich wie im falschen Film.
Nicht erst im letzten Drittel führt das heillose Durcheinander dazu, sich nebenher mit anderen Dingen zu beschäftigen, denn das Drehbuch wirkt geradezu so, als hätte man möglichst viel Mythos und Zauberei, ein paar Schwertkämpfe und leicht durchschaubare Intrigen in einen Topf geworfen, das Editing gleich hinterher, so dass als Endprodukt nur noch Kraut und Rüben auszumachen sind.
Und da das Ganze noch nicht einmal amüsant trashig wie die Vertreter der Sechziger anmutet, ist der Streifen völlig kikeriki und unbrauchbar.
2 von 10