Noch so eine Persönlichkeit die vom Teufel heimgesucht wird, denn nach Emily Rose und Anneliese M. versucht der Spanier Manuel Carballo einer jungen Frau das Böse auszutreiben.
Mit mäßigem Erfolg, denn er folgt den gängigen Mustern bekannter Exorzismusfilme ohne seinem Stoff sonderliche Innovationen zu verabreichen.
Emma Evans ist ein fünfzehnjähriges Mädchen mit ganz normalen Problemen: Unsicherheiten gegenüber dem Freund, ein etwas nerviger kleiner Bruder und Streit mit den Eltern. Doch eines Tages, nachdem sich Emma in die Hand schnitt, wird sie von Krämpfen geplagt und wirkt mitunter abwesend. Ärzte und Psychologen zeigen sich ratlos, so muss Emmas Onkel Chris, seines Zeichens Priester ran, um das Böse auf seine Art zu bekämpfen…
Wer die ganzen Ableger, die seit Friedkins „Exorzist“ erschienen, auch nur teilweise verfolgt hat, kann allenfalls hoffen, dass die Geschichte aufgrund des markanten Stils zeitgenössischer spanischer Horrorstreifen wie „Rec“ oder „Julia´s Eyes“ beeinflusst ist. Doch Fehlanzeige.
Vielmehr versucht Carballo auf den Zug typischer Hollywood Vorbilder aufzuspringen, ohne dem Ganzen einen markanten Anstrich zu verpassen.
Dabei funktioniert die Einführung der familiären Konstellation um Emma recht gut, denn anfangs wird mit kleinen Zeitsprüngen gearbeitet, um bestimmte Sachverhalte erst nach einiger Zeit in ein deutliches Licht zu rücken. So erfährt man erst im finalen Akt, wodurch der Teufel in Emma gefahren ist und welche Umstände dazu beitrugen.
Bis dahin gebärdet sich der teuflische Spuk allerdings meistens recht unspektakulär.
Ob es die Halluzinationen mit Hunderten von Kakerlaken sind, verzerrte Stimmen, das kurze Schweben über dem Boden oder die üblichen verdrehten Augen, - dem übersinnlichen Treiben wird nichts Neues hinzugefügt und wirklich spannend geraten auch diverse Schockmomente nicht.
Hauptdarstellerin Sophie Vavasseur performt zwar recht intensiv und auch durchaus glaubhaft, doch gegen das einfallslose Drehbuch kann auch sie nicht ankommen.
Im Gegenteil, die Erzählung wirft einige hanebüchene Sachverhalte in die Runde, welche das Treiben phasenweise völlig unglaubwürdig erscheinen lässt. Emma, bereits im fortgeschrittenen Stadium der Besessenheit, wird nach einigen Unfällen noch nicht einmal überwacht, fährt mit dem Freund im Auto, wird mit dem kleinen Bruder unbeaufsichtigt gelassen und auch der Priester unterbricht das Exorzismus-Ritual für das gemeinsame Abendessen, um genau dabei festzustellen, dass er es doch besser fortgesetzt hätte.
Auch die beiden minimalen Twists laufen nicht ohne Logikfehler ab, doch immerhin gibt es überhaupt welche.
Denn insgesamt kann der Stoff kaum überzeugen, das Gespür für Dramaturgie und effektive Schockmomente fehlt komplett, nur darstellerisch bewegt man sich auf recht solidem Niveau.
Das ist Teufelsaustreibung auf äußerst sparsamer Basis, denn was handwerklich okay aber unauffällig daherkommt, bringt mit der Geschichte nichts als altbekannte Sachverhalte und überdies zahlreiche Unzulänglichkeiten ins Spiel.
Ein durch und durch halbgarer Versuch, dem Subgenre des Exorzismusfilms erfrischende Teufeleien einzuhauchen.
Knapp
4 von 10