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Endlich mal wieder ein Horrorfilm, der einem wirklich ein wenig unheimlich vorkommt. Ich war dermaßend überrascht, als ich "Ravenous" gesehen hatte, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam. Schon allein die Story hat es in sich.
Im Jahre 1847 wird ein Soldat, John Boyd (Guy Pearce), an einen Ort namens Fort Spencer versetzt, der mit John gerade mal 8 Einwohner vorweisen kann. Diese verbringen ihre Zeit zumeist mit Drogen und Langeweile. Bis eines Abends ein mysteriöser, ziemlich verstörter Mann namens Colqhoun (Robert Carlyle) auftaucht, der den 8 Leuten gleich mal seine Geschichte erzählt. Dass er mit ein paar Bekannten eines Tages aufgebrochen ist, sie sich aber bald verlaufen haben und bald keine Nahrung mehr hatten. Sie machten in einer Höhle halt und als Colqhoun mal kurz nicht da war und wieder zurückkam, sah er, dass die Anderen einen der Bekannten, der vor kurzem gestorben ist, aufgegessen haben. Und nur er und 2 andere hätten das Ganze überlebt. Als er seine Geschichte fertig erzählt hat, machen sich ein paar der Truppe auf, um die Höhle aufzusuchen, in denen Colqhoun mit seinen Freunden gelebt hatte. Als sie dort ankommen, bemerken sie, dass Colqhoun ein Psychopath und kranker Kannibale ist. Für die Truppe beginnt ein Kampf ums Überleben.
"Ravenous" ist ganz sicher kein 08/15 Horrorfilm, der mal schnell produziert wurde und sofort in die Videotheken wanderte. Bestimmt ist er den meisten unbekannt, aber man hat es mit einem fast perfekt inszenierten kleinen Independent-Horrorfilm zu tun. Angefangen von der hervorragenden Kameraführung, die dem Zuschauer einige sehr schöne Naturaufnahmen möglich macht, bis hin zur genialen, fast schon kranken Musikuntermalung von Damon Albarn, dem Frontman der britischen Kult-Band Blur. Das sind allein schon 2 Punkte, die den Film zum überdurchschnittlichen Erlebnis in Sachen Horror- und Kannibalenfilm machen. Darüber hinaus ist anzumerken, dass man mit Guy Pearce, Robert Carlyle und David Arquette auch noch 3 bekannte Schauspieler für sich gewinnen konnte, die es dann endgültig schaffen, "Ravenous" kurzweilig verkommen zu lassen. Doch auch das ist noch nicht alles, was "Ravenous" zu bieten hat. Wo die meisten derartigen Filme sich einfach aufs Metzeln oder allgemein auf die Gewalt beschränken, schafft es "Ravenous" sogar, dass der Zuschauer etwas sein Hirn einschalten muss. Der Aspekt im Film, dass Kannibalismus einer Droge gleicht, von der man, hat man sie einmal genommen, kaum wegkommt, da sie einem mehr Kraft verleiht. Und zwar die Kraft desjenigen, den man gefressen hat. Somit wird im Film nicht einfach gefressen, weil man das Werk blutiger, brutaler und bei vielen Zuschauern beliebter machen will, sondern dass diese sogar etwas Verständnis für die Kannibalen im Film entwickeln. Und das ist den Machern auch gelungen, denn man fühlt teilweise richtig mit, dass die Protagonisten jetzt einen gerade Verstorbenen verspeisen müssen, da sie sonst ebenfalls aus dem Leben scheiden. Daher wird die Spannung des Films nicht nur durch die Konkurrenz von Protagonist und Gegenspieler entwickelt, sondern auch durch die Tatsache, den Kampf gegen die Drogen, in diesem Fall den Kannibalismus, zu gewinnen. Das macht den Film zur absoluten Seltenheit und schon fast zu einem Meilenstein! Es gibt eigentlich nichts, was mich an dem Film stört. Er ist unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Sekunde! Sollte jeder Fan von Horror- oder auch Splatterfilmen gesehen, man sollte sich nur bewusst sein, dass es kein hirnloses Gemetzel ist! 8/10 Punkte!!

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