Review

"Ravenous" spielt in den USA im Jahre 1847, also zu einer Zeit in der die USA im Krieg mit Mexico befinden.
Ein Captain, der sich während dieses Krieges hervorgetan hat, wird für seine Taten in einen abgelegenen Außenposten verlegt, in dem ausser ihm nur noch sieben weitere Personen stationiert sind.
An diesem Ort gibt es schlicht nichts zu tun. Einige vertreiben sich die Zeit mit lesen, andere sind ständig auf Droge, wieder andere ununterbrochen besoffen.
Bis eines Tages ein halb erfrorener Mann auftaucht.
Dieser zunächst harmlos wirkende Fremde entpuppt sich bereits nach kurzer Zeit als übler Kannibale, der eine Person nach der anderen dahinrafft um sie anschließend zu verspeisen.

Anders als die üblichen "Südsee Kannibalen"-Filme hat dieser Film eine interessante Geschichte, reichlich ausgesprochen derben (aber nicht minder witzigen) Humor und ist hervorragend gemacht.
Die Wendungen in der Geschichte sind vollkommen unvorhersehbar und insgesamt ist die Machart des Filmes von sehr hoher Qualität und mit den Machwerken eines Deodato und anderen italienischen Kannibalen Regisseuren überhaupt nicht zu vergleichen. Bei "Ravenous" ist die Wirkung der kühlen Eleganz eines Filmes aus dem Vampirgenre sehr ähnlich.
Anders als bei den Mondo Filmen wird Kannibalismus hier nämlich nicht als primitives "Wildentum", sondern als eine Art moderne und zu akzeptierende Kultur zelebriert.

Auch wenn hier keine der sonst üblichen Kannibalen-Ausweidungsszenen zu sehen sind wird es auch hier so manches mal eklig. Nur eben auf eine sehr viel subtilere und fiesere Art.
Blut fließt übrigens auch reichlich, und passender Weise natürlich auch anders als bei den Südsee Indianern.

Ravenous wird gerne als "der beste Kannibalenfilm" bezeichnet, dem kann ich jedoch nicht so ganz zustimmen.
"Cannibal Holocaust" oder auch "Cannibal Ferox" sind mir da persönlich noch etwas lieber.

8/10 Punkte für einen sehr spannenden, lustigen und insgesamt ungewöhnlich gut gelungenen Film.
Auch Leute die sich normalerweise von der Kannibalen Thematik angewidert abwenden, sollten hier ausnahmsweise mal seinen ganzen Mut zusammen nehmen und einen Blick riskieren. Es lohnt sich!

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