Bereits mehrere Debütanten versuchten den vermeintlich leichten Einstieg ins Filmgeschäft mit einem Slasher und orientierten sich dabei an Klassiker wie „Halloween“ oder „Prom Night“. Regisseur Campion Murphy gehört zu jenen, die selbst an dieser Aufgabe fast schon kläglich scheitern.
Einige Studenten um Abby unternehmen einen Exkurs in die örtliche Psychiatrie, als sie dem Killer Harmon während der Zellenverlegung in die Augen blickt, welcher sich kurz darauf auf sie stürzt. Kurze Zeit später gelingt Harmon die Flucht…
Auf handwerklicher Ebene macht zumindest der Einstieg einen soliden Eindruck, als das Geschehen fünf Jahre zuvor einsetzt und Harmon seine damalige Freundin im Wald aufhängt, kurz darauf von der Polizei gejagt und anschließend gefasst wird.
Mit dem eher zufälligen Aufeinandertreffen zwischen Abby und Harmon in der Psychiatrie fangen die Unzulänglichkeiten jedoch bereits an, denn allein aus Sicherheitsgründen würde kein Anstaltsteam dulden, dass ein hochgradig gefährlicher Insasse an einer Gruppe von Studenten vorbeigeführt wird. Auch Harmons Flucht aus der Anstalt spricht nicht gerade für die Professionalität der Angestellten, welche scheinbar nie zu zweit agieren, um sich den Rücken freizuhalten.
Figurentechnisch stößt man hingegen auf langweilige Individuen, wie die Studentinnen, die in einer Art WG hocken, lernen, telefonieren, größtenteils nymphoman veranlagt sind, jedoch demgegenüber recht zugeknöpft rumlaufen.
Auch der Killer erhält kein sonderliches Profil, - über Beweggründe, Background, Art der psychischen Erkrankung und Motivation der späteren Vorgehensweise erfahren wir rein gar nichts. Entsprechend metzelt er wahllos jeden nieder, der seinen Weg zu Abby kreuzt, welche er natürlich problemlos ausfindig machen kann.
Den Morden fehlt leider jegliche Originalität, wobei eine FSK16 bereits eine blutarme Vollstreckung entsprechender Taten andeutet. Die meisten Ableben finden im Off statt und es werden allenfalls Hiebe oder Stiche angedeutet, Blut fließt, bis auf eine Schussverletzung, zu keiner Zeit. Zwar sind insgesamt einige Opfer zu verzeichnen, doch der Mangel an Gegenwehr oder überraschenden Einlagen steigert nicht gerade den Unterhaltungswert.
So kommt nur selten Atmosphäre ins Spiel, etwa, als die alte Nachbarin am Fenster etwas beobachtet oder eine Sicherung rausfliegt, die nur außerhalb des Hauses wieder in Schuss gebracht werden kann. Ab und an lassen unerklärliche Geräusche minimale Spannung aufkommen, welche jedoch rasch verfliegt, da das Geschehen zu häufig zu den ermittelnden Cops wechselt, welche bis zum Finale rein gar nichts für den Spannungsaufbau tun.
Zwischenzeitlich wird noch zum obligatorischen Paar im Zelt geschwenkt, man deckt einen familiären Twist auf, während der Killer auf Durchreise pünktlich zum Finale bei Abby erscheint. Jenes gerät allerdings genauso unspektakulär wie die unnötige Zugabe nach dem eigentlichen Showdown.
Klar, - je mehr Beiträge das Genre des Slashers überfluten, umso mehr fallen auch durchs Raster der Belanglosen, wozu vorliegender auf jeden Fall gehört.
Die Mimen sind allenfalls brauchbar, der Score geht völlig unter, das Tempo ist gerade mal akzeptabel, doch in Sachen Spannung und Nervenkitzel gelingt es dem Streifen nicht, auch nur ansatzweise die Bedürfnisse des Betrachters zu befriedigen, weder in Sachen Blutgehalt, noch auf Ebene der Kreativität und Originalität.
Viele kann man nebenher sehen, - bei diesem lohnt sich selbst das kaum noch.
3,5 von 10