Mittlerweile sind es vermehrt die Zwanzig - bis Dreißigjährigen, die offenbar nicht wissen, dass ein Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte meistens tödlich endet.
Wurden einst noch Teenager von Leuten wie Jason oder Michael durch die Natur gejagt, ist es in diesem Fall, wie der Titel bereits vorweg nimmt, eine Person aus den eigenen Reihen oder jemand, dem später Zutritt gewährt wird.
Und da scheint es fast schon nahe liegend, dass eine solch schlichte und schon zigfach durchexerzierte Prämisse kaum zum Erfolg führen kann.
Calvin und Paige, Mandy und ihr flüchtiger One-Night-Stand Tristan wollen ein paar Tage in einer abgelegenen Waldhütte verbringen, bis der verletzte Shawn aufkreuzt, dessen Bauchwunde von Paige umgehend versorgt wird. Doch kurz darauf wird jemand am See ermordet und keiner vermag den restlichen Anwesenden zu trauen…
Mit ordentlichen Figurenzeichnungen hält sich Regie-Neuling Kelly Smith auffallend zurück.
Paige ist engagierte Krankenschwester, Tristan ein Kotzbrocken von Börsenmakler, der ständig angerufen wird und Mandy die typische bitchy Blondine. Shawn scheint hingegen ein netter Familienvater zu sein, es sei denn, er spielt allen nur etwas vor.
Dass da ein Verrückter im Wald haust, wird bereits mit den ersten Szenen deutlich, als eine apathisch wirkende Frau einem Erdloch entsteigt, nachdem sie vorher sah, wie der Fiesemöp Körperteile klein schnitt. Auf diese Szene kommt man im Verlauf noch einmal zurück.
Ansonsten ist im Wald leider nicht viel los und aufgrund der kurzen Laufzeit von knapp 76 Minuten vergeudet man zumindest nicht allzu viel Zeit mit Nichtigkeiten, sondern baut den Spannungsbogen kontinuierlich mit dem ersten Ableben aus. Irgendwann kommen zwei Personen als Killer in Frage, während ein kleiner Twist im letzten Drittel für leichte Verwirrung, aber auch einige Unstimmigkeiten sorgt.
Über Hintergründe erfährt man nicht allzu viel, denn der „Tree Surgeon“ wie ein örtlicher Bobby vorher warnt, sei erst just in Erscheinung getreten, - entsprechend reist man natürlich nicht ab und geht entgegen der Empfehlungen nachts durch den Wald.
So gibt es einen Toten infolge einer Kettenreaktion, jemand bereitet Stu zu, ein Passwort wird entdeckt und es gibt keine nackte Haut, weil eine Frau Regie führt oder die beteiligten Damen einfach keinen Bock drauf hatten.
Demgegenüber gibt es einige Gewalteinlagen, von Körperteilen am Baum hängend über Kehlenschnitt, eine Drahtschlinge um den Hals, Schläge mit einem Stein und eine Metallstange durch den Körper, was effekttechnisch recht solide gestaltet wurde.
Die Darsteller gleichen sich hingegen der Tiefe ihrer Figuren an, lediglich Gordon Alexander überzeugt als Querulant Tristan und auch Sam Hazeldine bringt als Shawn ein paar brauchbare Momente ein.
Was die Sache ein wenig austauschbarer erscheinen lässt, ist die überhaupt nicht markante Waldkulisse und die schlichte Hütte und auch der Score hält sich bis zum Finale zu sehr im Hintergrund, anstatt das Erzähltempo zusätzlich voranzutreiben.
Der mit geringen Mitteln produzierte Streifen aus Großbritannien bietet im Gesamtbild lediglich Stoff für extreme Freunde von Wald-und-Wiesen-Slashern, während der durchschnittliche Horrorfan all dieses bereits in und auswendig kennt und somit kaum überrascht werden kann. Allenfalls der Showdown bietet ein paar spannende Szenen.
Aufgrund seiner kurzen Laufzeit kann man den so nebenher mitnehmen, muss man aber nicht.
4,5 von 10