Löcherbohren kommt nie aus der Mode
Nachdem sich vor ein paar Jahren weder das von vielen verehrte Original ('82) noch das etwas untergegangene Remake aus diesem Jahrzehnt bei mir einen allzu hohen Stellenwert erslashen konnten, ich beide lediglich „okay“ finde, war meine Lust die originale Trilogie sofort abzuschließen damals nicht allzu hoch. Doch jetzt ist es so weit und „Slumber Party Massacre II“ landete im Player - und wieder einmal wird eine Pyjamaparty bzw. ein buntes Pärchenwochenende von einem Psychopathen mit Bohrer bedroht. Oder zumindest erträumt sich die einzige Überlebende aus dem ersten Teil das die meiste Zeit…
Rock, Panties und schlechter Geschmack
Eher wie eine magere Mischung aus „Silent Night, Deadly Night II“ (aufgrund der vielen dreisten Rückblenden) und „Nightmare on Elm Street“ (wegen der vielen bizarren Traumsequenzen) kommt dieses Sequel des Schlummerpartyschlitzers sehr speziell und besonders plump, flach, kalorienarm, dumm daher. Drei Dinge hat er jedoch komischerweise glasklar auf seiner Seite: miese Musik, heftigste 80s-Vibes und absolut abgedrehte und unerwartete Alptraumsequenzen. Das zusammen mit ein paar nackten Reizen, dem augenzwinkernd-weiblichen Touch, der kurzen Laufzeit und dem witzig-überdrehenden Killer mit nun scheinbar übersinnlichen Fähigkeiten, rettet „Slumber Party Massacre II“ vor dem Totalausfall. Denn wenn es dann mehr als zwei Drittel der Laufzeit dauert, bis es die ersten echten Leichen gibt und man sich bis dahin fragt, worein man denn da geraten ist, dann weiß ich nicht, ob man das insgesamt empfehlen kann. Aber ja, ein paar Ideen in den Träumen (Monsterpickel!) und das dann doch saftige letzte Drittel entschädigen. Für Slasherfans mit 80s-Fetisch hat das seine Schauwerte. Mehr in Komödienterritorium denn je. Man darf ihn aber bitte nicht an halbwegs objektiven Filmqualitätsmassstäben messen. Er lebt in seiner eigen Welt wie Mannequins im Ikea - nur eben mit Luftgitarre und Fleischbohrer… Und der vielfach genutzte Effekt des Bohrens von hinten durch den Rücken wieder raus aus dem Brustkorb macht halt mit praktischen Effekten immer etwas her. Da dreht's sich und spritzt es gewaltig.
Fazit: musikalischer, milder, miauziger und mauer als das Original… aber der 80s-Cheese kommt hier besonders hart!