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John Woo's Meisterwerke Teil 2

Woo's zweitbester Film und Chow Yun-Fat's beste Rolle. Ein absoluter Meilenstein des Hongkong-Kinos. Lief vor zig Jahren mal im Kino meiner Heimatstadt in einer kantonesischen Fassung mit englischen Untertiteln (die deutschen Versionen waren ja indiziert). Experiment misslungen, da ich alleine im Kino sass - aber ich hab vor Freude weinen müssen...

Ein Profikiller verletzt bei einem Einsatz aus Versehen eine Unschuldige, die daraufhin ihr Augenlicht verliert. Eine teure Operation in den USA könnte sie heilen, also wendet sich der Killer gegen seine Auftraggeber, um ihr aus Schuldgefühlen heraus zu helfen. Dabei verliebt sich der Einzelgänger in die junge Frau. Währenddessen kommt ihm ein Polizist auf die Spur, der sich ebenfalls in die Frau verliebt. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die Syndikatskiller auf. In einer Kirchenruine kommt es zum blutigen Endkampf. Zum Schluss eine ikonische Sequenz: Inmitten des Sterbens kriechen die Blinde und der jetzt auch geblendete sterbende Killer blind aneinander vorbei.

Nicht nur ein ultrabrutaler Actionfilm, sondern auch ein Film über Liebe, Schuld und Vergebung. Viele moralische Fragen werden angerissen, christliche Symbolik soweit das Auge reicht. Aber auch internationale Locations. Die Liquidierung eines Triadenbosses inmitten eines Drachenbootrennens. Weltklasse gemacht. 

Dazu dann eine hochmoralische Geschichte mit großer Tragik und einem einzigartigen Helden. Charisma, Ausstrahlung, Würde - Yun-Fat ist ein moderner Samurai, wie einst Alain Delon als eiskalter Engel. Ihm zur Seite steht mit Danny Lee ein weiterer Star des Hongkong-Kinos, dem der große Ruhm leider verwehrt geblieben ist, der aber nicht weniger zu überzeugen weiss. 

In meiner John Woo-Rangliste Platz 2 und dann kommt erst mal lange nichts mehr, bevor es mit den weiteren Plätzen weitergeht.

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