Review
von Leimbacher-Mario
„Toy Story“-Urahn
„Tin Toy“ war in meinem Geburtsjahr 1988 zwar nicht der allererste Pixar-Animations(kurz)film, zuvor ist z.B. schon deren jetziges Lampenlogo zum Leben erweckt worden. Aber „Tin Toy“ über einen Zinnsoldaten auf der Kinderzimmerflucht vor einem monströsen „Riesenbaby“ ist dennoch einer der wegweisendsten Schritte, den die legendäre Animationsschmiede damals machen konnte und ein klarer Richtungszeig, was da optisch wie thematisch noch kommen sollte ein paar Jahre später und indirekt sogar bis heute.
„Tin Toy“ wirkt aus heutiger Sicht technisch veraltet und oft regelrecht hässlich. Das Baby z.B. sieht furchterregend aus, fast als ob es einem Lynch-Film entsprungen wäre. Aber das unterstützt die Wirkung und Aussage des Kurzfilms im Grunde nur nochmal und könnte gar bis zu einem gewissen Grad gewollt sein. Wer hier nicht ideentechnisch erste Wurzeln von Buzz, Woody und Co. entdeckt, muss von einem anderen Planeten kommen. Der Shorty ist gruselig und doch überwiegt seine herzliche und süße Seite. Er zeigte audiovisuell für seine Zeit eindrucksvoll auf, was für massive Schritte Pixar damals machte und wo die Reise noch hingehen sollte. Deswegen sind bei ihm auf den ersten Blick Bedeutung und Strahlkraft und Metawichtigkeit vielleicht größer als seine eigentlich Qualität. Doch auch als kurioser, fast steinzeitlicher Animationsversuch hat „Tin Toy“ seinen Charme.
Fazit: von seiner Bedeutung und Früherkennung bahnbrechend. Und das überstrahlt die übersichtliche Substanz für mich deutlich.