Psychedelica im SM-Club
Weder von Hammer noch von Amicus produziert, dafür mit drei der größten Ikonen, die das klassische Horrorkino je hatte. „Curse of the Crimson Altar“ (was ein geiler Titel!) ist eine bizarre Briten-Bogenlampe und ein wenig Geheimtipp zwischen „Quartermass“ und „Devil Rides Out“. Über einen Mann, der in den verzwickten Untiefen Londons seinen verschollenen Bruder sucht und dabei auf einen gefährlichen Kult trifft…
Im Grunde klassische, stilvolle Ermittlungsarbeit - aber dermaßen grell, toll beleuchtet und mit diabolischen Traumsequenzen garniert, dass man automatisch meint der Teufel höchstpersönlich könnte seine Finger im Spiel haben. Die drei Stars Steele, Lee, Karloff werden nicht allzu ausführlich genutzt, machen aber dennoch Eindruck und zaubern jedem Fan der Materie ein Lachen auf die Lippen. Die Sets sind exquisit. Die Forschungen und das Abtauchen in die Schattenseiten der swingenden Sechziger ist nicht uninteressant. Die Ladies sind Wohltaten für das Auge, sogar alles etwas freizügig und sexy. Die Passagen mit den Kostümen wie in einem Swingerclub an Halloween sind Highlights und gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Der Hauptdarsteller ist Mann pur. Richtig gruselig wird’s nie, übernatürlich noch weniger. Aber das ist ja auch kein Muss. Insgesamt bunte, fesselnde knapp 90 Minuten. Von Folterwerkzeug über Schnurrbärte und Discolichter bis zu möglicherweise dämonischen Kräften. Not bad at all.
Fazit: Swining British Sixties treffen auf allerlei (dem Anschein nach) Okkultes. Genau an den richtigen Stellen stilvoll und steif, höllisch und heiss. Weirder Mix.