Als Comic Fan bleibt einem nach dem Film Thor zu erst eins zu sagen: Endlich!
Endlich gibt es eine gute neue Marvel Adaption. Nach Iron Man 2, dem neuen Hulk, Fantastic Four Part2, sowie zwei mäßig guten Sipder-Man Filmen.Thor überzeugt nicht nur durch Nähe zu seiner Comic-Vorlage, vielmehr hält der Film die Waage zwischen Action, Humor und Story um nebenbei das Geschehen in die Zeit von Facebook und Co zu verlegen.
Die Story mag auf dem Papier lächerlich erscheinen, aber das zeigt eigentlich nur die Nähe zum Comic. Thor landet zu beginn in der Wüste von New Mexico wo er als Begrüßung fast von einem Team aus Wissenschaftlern überfahren wird. Es folgt ein Sprung in die Vergangenheit wo der Zuschauer erfährt, dass Thor von seinem Vater Odin seine Kräfte genommen bekommt und auf die Erde verbannt wird, weil er leichtsinnig und hitzköpfig die Heimat der Eisriesen angriff und einen erneuten Krieg riskierte.
Nach dieser Rückblende geht es erneut nach New Mexico wo der Held, der nun selbst ein Mensch ist, mit der modernen Gesellschaft konfrontiert wird und die Probleme von Integration aus erster Hand erfährt.
Während Thor versucht seine Kräfte zurück zu gewinnen übernimmt sein Bruder Loki den Thron, nachdem er von seiner Adoption durch Odin erfuhr und sich als einen Eisriesen erkennen muss.
Nach einigen Problemen, einer obligatorischen Läuterung und Selbstaufopferung, sowie Kämpfen gegen S.H.I.E.L.D. und einen riesigen Roboter von seiner Heimatwelt hat Thor seinen Hammer und seine Kräfte zurück und macht sich auf den Weg Richtung Heimat. Er kommt grade rechtzeitig um seinen Bruder daran zu hindern die Welt der Eisriesen zu vernichten, allerdings muss er zum Preis die Brücke zwischen seiner Welt und den anderen Welten des Kosmos zerstören.
Unter den Schauspielern sticht Chris Hemsworth wohl am meisten heraus. Er schafft es seinem Charakter, neben den Muskeln und den eisblauen Augen mit "Schmachtblick", eine naive Liebenswürdigkeit in der neuen Gesellschaft, Humor und einen sichtbaren Lernprozess zu verleihen. Alles in allem reduziert sich seine Rolle also nicht nur auf Muskelmasse und One-Liner.
Tom Hiddleston gibt zwar einen aalglatten, teils weichlich wirkenden und dennoch sehr ernsten Loki, der im eigentlich Sinne kein Bad Guy ist, da er mehr die Anerkennung seines Vaters wünscht als alles andere.
Stellan Skarsgard gibt einen sehr guten Wissenschaftler ab, was man von Natalie Portman leider nicht behaupten kann. Portman ist mehr für den Humor zuständig, allerdings entwickelt sich ein gutes Zusammenspiel zwischen ihr und Hemsworth. Kat Dennings bleibt während des gesamten Films kaum erwähnenswert.
Hopkins, Russo und Idris Elba spielen ihre Rollen so sicher und gut, dass man hier von einer sehr guten Besetzung für die Nebenrollen sprechen kann.
Besonders die Kurzauftritte von Samuel L. Jackson als Nick Furry, Jeremmy Renner als Hawkeye und Stan Lee sind nette kleine Leckerbissen.
Die Effekte des Films wirken zu keiner Zeit übertrieben und Real 3D erhöht die Freude für den Zuschauer. Da die Action nur in Teilen des Films in den Vordergrund rückt und Thor über lange Strecken weder Blitze schleudern, noch fliegen kann bleibt genug Zeit für Story und Witz. Es freut mich persönlich immer wieder, wenn die CGI nicht in den Vordergrund tritt, sondern eine unterstüzende Funktion für Action einnimmt.
Alles in allem gelingt es Kenneth Branagh einen soliden Action Film präsentieren, der seiner Vorlage gerecht wird und Action, Story, sowie Humor zu verbinden. Die Schauspieler bringen mindestens eine solide Leistung zustanden, einige überraschen sogar zeitweise mit ihrer Leistung. Die Effekte und die Musik passen wunderbar zum Gesamtbild des Filmes. Der finale "Showdown" vermag nicht ganz zu überzeugen, dennoch ist der Film Comic Fans, Fans von Superhelden Filmen und Action Freunden definitiv zu empfehlen und macht Lust auf mehr vom blonden Donnergott oder aus dem Hause Marvel.
Meine Fazit 9/10 Punkten und eine gesteigerte Erwartung für die (wahrscheinlich sehr patriotische) Verfilmung von Captain America und auch auf die Avengers.