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Nachdem ich Priest im Kino gesehen habe, hatte ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Denn der Film ist so belanglos, dass man sich über das schwache Niveau nicht Ärgern muss, zumindest dann nicht, wenn man mit Freikarten ins Kino kommt.

Selten habe ich etwas einfallsloseres als diesen "Vampirfilm" gesehen. Das ging schon damit los, dass die Vampire als solche kaum erkennbar waren. Die einen sahen aus wie ein Schlabbermonster mit Aliengebiss aus einem C-Movie und der einzig menschlich wirkende Vampir trat als lächerliche Cowboy-Kopie eines Clint Eastwood auf. Und die Vampirhelfer, naja, sie blieben blass wie ihr Teint.

Geklaut haben die Macher des Films, wo sie nur konnten: Ein bisserl Blade-Runner, viel Italo-Western, ein bisserl Mad Max, ein Stückchen Dark City und was weiß ich nicht noch alles. Und das Ganze wirkte so lieblos zusammengeklebt, als hätte ein Nachwuchscutter neben dem Schlüssel zum Filmarchiv auch freie Hand gehabt, sich mal rein übungstechnisch auszutoben.

Spannung kommt in keiner Sekunde des Films auf, alles ist vorhersehbar, die Matrix-Stunts mit mehr Zeitlupe als Action ziehen sich unnötig in die Länge, die One-Liner bleiben leider keine One-Timer, denn sie wiederholen sich irgendwie ständig - die Optik des Films wirkt verbraucht. Die "Story", die darin besteht, dass zwei Leute mit futuristischen Bikes und Rachegefühlen im Bauch in die Wüste fahren, um zu erkennen, dass dies die falsche Fährte ist, und dann wieder in die Stadt zurückkehren, um den bösen Vampir zu stellen, weiß nicht mitzureißen. Auch die pseudodramatischen Lebensgeschichten der sogenannten Priester wirken wie ein Bällchen zu viel auf der Eistüte. Jeden Moment droht das Gerüst des Films zu kippen, ins Bodenlose oder sonst wo hin.

Warum Priest ab 16 ist, bleibt ebenso fraglich. So mussten schon für die Kinoversion etliche Soundeffekte rausgeschnitten werden, das meiste Blut fließt im Anime der Eröffnungssequenz und sonst bleibt viel kalte Luft in einem Wüstenszenario.

Fazit: Wer also mit seinem Tag nichts anzufangen weiß und nichts dagegen hat, einen absolut langweiligen Film zu sehen, weil er einfach mal ins Kino gehen mag, der kann sich diese Tröte ruhig ansehen. Nehmt all Euren Sarkasmus gegen den guten Geschmack mit, lasst all den Ärger zuhause und vergesst nicht, das Hirn auszuschalten, denn sonst könnte es doch weh tun. Oder lasst die 3d-Brille aus, vielleicht wird der Film ja dadurch interessant.

1/10

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