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Menschen gegen Vampire, ein seit Ewigkeiten andauernder Kampf. Die Wende bringt eine Kriegertruppe genannt „Priest“, doch nachdem die letzten Vampire in Reservaten isoliert wurden und die Menschen in finsteren und vom Klerus gesteuerten Riesenstädten leben, werden diese Kämpfer nicht mehr benötigt. Einer von ihnen entdeckt, dass es draußen immer noch zu Angriffen kommt, will dem nachgehen, Kirche sagt „Nö“, er macht‘s trotzdem.

Und bald trifft er mit seinem Düsenmotorrad, auf dem er durch die Wüste brettert, auf diese Kreaturen, die zu wortwörtlich gesichtsloser Dutzendware aus der CGI-Resterampe runtergedampft wurden. Natürlich noch ein paar Verstrickungen, Familienbande und eine Mischung aus SciFi-Western mit Horrorelementen und obendrauf eine Dystopie à la „1984“ für sakrale Fundamentalisten. Dümmlich-religiöses Gelaber der quasi-Bösen, dümmlich-religiöse Gesten der Helden. Das Glaubenskonstrukt selbst wird dabei nie infrage gestellt, in lächerlichen Phrasen und Handlungen ergehen sich hier alle Beteiligten. Das tut ziemlich schnell ziemlich weh.

Was Leute wie Paul Bettany, Karl Urban, Maggie Q oder Christopher Plummer hier machen - ich weiß es nicht. Darstellerisch bewegt sich das auf „ich bin zwar physisch anwesend, aber hol mir nach dem Aufsagen dieser dummen Dialoge meinen Scheck ab“-Niveau.
Die Schauwerte halten sich in Grenzen, wobei Regisseur Scott Stewart durchaus um Stil bemüht ist. Das überdeckt allerdings nicht diese Klischeeparade, die sich an Versatzstücken aller möglichen Genrevorbilder abarbeitet. Möchte cool sein, ist aber eher peinlich. Die artifizielle Optik mitsamt Showdown in der CGI-verseuchten Pampa ist dann noch das Kreuz auf der Torte. So wie das, welches die Typen im Gesicht haben. „Wie plakativ hätten sie es gerne?“ - „Ja“.

Am Ende ist „Priest“ ein höchst unsubtil auf eine Fortsetzung angelegtes Stück Blödsinn mit viel religiösem Gelaber, ebensolcher Gesten und einer Optik zum Davonlaufen. Nicht einmal unfreiwillig komisch, was fast schon ein Pluspunkt wäre. Stewart versucht irgendwas zwischen allen Genres, doch bekanntlich ist Versuchen ja der erste Schritt zum Versagen.

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