Wer simple Strickmuster liebt, schamloses Product Placement, Modern Exploitation: der wird diesen Film lieben! Daher sieben Punkte für den hohen Trash-Wert, wo alle anderen das Direct-To-Video-Werk böse verreißen! Alles ist geboten:
- die böse Polizei, die das Surfercamp gewaltsam räumt (ohne Rücksicht auf Tote, logisch).
- einen fiesen Kriminellen (Wilderer, der Elfenbein vertickt und das weiße Mädel bedroht).- das Publikum in einer ortstypischen Discothek (die dunkelhäutige Hauptfigur zeigt ihrer weißen Freundin den Ort [Township?!?], wo sie aufwuchs – und charakterisiert ihn wie folgt: „Der beste Ort zum Tanzen!“ Schnitt, schon sind sie in der Disco, also einer völlig ortsuntypischen, konstruierten, internationalisierten Umgebung - so viel zur Stadtführung).
- Der Krach mit Spießer-Dad daheim, die gefühlvollen Tränen, die Videoaufzeichnungen der toten Mutter, der Aufbruch in die ferne Fremde, die zufälligen Begegnungen mit allen wichtigen Figuren, der Triumph trotz Selbstzweifel, die letztliche Liebe zum korrekten der beiden Kerle, das Rumrasen mit einem Landrover/Jeep, wunderschöne Landschafts-, Meeres- und Surfaufnahmen.
- Der süße Surfboardbastler, der den selbstbemalten Bus fährt (Magical Mystery Tour lässt grüßen, war aber wesentlich chaotischer).- Das supernette Job-Angebot = Rumhängen in der Szene-Kneipe. Oder gleich:
- Das Leben ohne Arbeit (da war „Blue Crush [1]“noch etwas realistischer).- Die (gutherzige) weiße Hauptfigur ist super mutterlos + heult darob, der Vater ein superreicher Workoholic (5 Autos vor dem Haus) mit guten Herzen, der vor lauter Schmerz seine Tochter vernachlässigt hat.
- Die Versöhnungen am Schluß: mit dem Vater, mit der (gutherzigen) besten Freundin.- Die böse Konkurrentins-Bitch, die zur fairen Mutterfigur transformiert.
- Der unwiderstehliche Aufreißer, der Dreck am Stecken hat.
- schnelle Schnitte zerstören selbst die Schönheit der Surfaufnahmen.
- abstruse Zeitlupen, sogar von fahrenden Händlern am Strand.- gnadenlose Zukleisterung mit Pop-Musik.
- wunderhübsche Typen in winzigen Bikinis (Mädchen) oder barbrüstig (Bürschchen).- elaboriertes Set-Design: auch das Hausen in Bretter-/Strandhütten und Armut wirkt noch extrem kreativ und „free-spirited“ (das ist übrigens Motto des Films – die Freiheit ermöglicht zu guten Teilen der reiche Papa und illegaler Elfenbeinhandel.) (Aber das ist gemein von mir: Design, Ausstattung, Kostüme, Leute und Kamera sind durchaus korrekt und Augenweide – man vergleiche dagegen mit „Surf Nazis Must Die“, der nur Übelkeit erregt.)
- die so genannte „Odyssee“ findet im Landrover statt und führt jeden Abend wieder zurück ins warme Nest.