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Das explizite Abbeißen einer Brustwarze ist das einsame Highlight in diesem kammerspielartigen Psychohorrordrama. Zwar haben die angedeuteten inzestiösen und kannibalischen Exzesse innerhalb der merkwürdigen Familie, die sich hinter einer spießbürgerlichen Fassade versteckt, durchaus einen gewissen Reiz, doch diese faszinierenden Motive hätten noch sehr viel intensiver ausgelotet werden können. Das stille Schmollen des Callboys nach dem Biss und der abrupte Abbruch, als es gerade wieder interessant werden könnte, tragen auch nicht gerade zu einem höheren Unterhaltungswert dieses immerhin handwerklich mängelfreien Kurzfilms bei. Schade um das Potential, das in dieser Story steckte.
9
Genialer, bissiger Kurzfilm, der ganz offensichtlich von Tobe Hoopers "Ketten-Sägen-Massaker" inspiriert wurde und klassische Motive der kannibalischen Familie und des gestörten Mutter-Sohn-Verhältnisses aufgreift. Die rabenschwarze Geschichte, die im weiteren Verlauf geradezu ausartet, wurde von Chris W. Mitchell in selbst für professionelle Verhältnisse brillanten Bildern fotografiert und entwickelt eine ungeheuer morbide, groteske Atmosphäre. Der einzige grafische Spezialeffekt des Films ist hervorragend umgesetzt worden und verfehlt seine Wirkung nicht. Fazit: Auch aus Holland können kleine Meisterwerke kommen!