4:3, offensichtlich für die gute alte Röhre konzipiert. Nicht nur deshalb wähne ich mich schnell im dröger TV-Nostalgie. Pseudodokumentarisch, Aktenzeichen XY aus den 60ern. Dann auch noch Berliner Schnauze, der deutsche Bodensatz. Warum das noch in schwarz-weiß gedreht wurde, bleibt ein Rätsel. Nur drei Jahre später kam das "Millionenspiel" und schon allein die Farbe trennt die beiden Filme gefühlt um Lichtjahre. So zumindest mein Start in den Film, im Verlauf bin ich aber trotz stattlicher Laufzeit doch warm mit ihm geworden. Der Grund sind die charismatischen Typen. Keine Actionhelden, sondern kantige Kleinganoven in allen Facetten. Das ungekünstelte, die guten Darsteller mit Allerweltsgesichtern, die einfache Inszenierung, die übersichtlichen technischen Mittel, all das lässt den spitzbübischen Krimi durchweg authentisch wirken. Eine Art Anti-"Ocean". Tatsächlich handelt es sich bei dieser vergessenen Perle um einen TV-Zweiteiler des ZDF, seinerzeit ein sogenannter Straßenfeger, später mit Status Fernseh-Klassiker. Verständlich, ich hatte meinen Spaß. Der Inhalt ist althergebracht geteilt, erst der spektakuläre Coup, dann ein spannende Katz und Maus Spiel mit der Polizei. Das aus heutiger Sicht interessanteste war die Interaktion der geteilten Staaten bzw. hier Stadt, die Mauer gab es seit zwei Jahren. Wir sehen noch Bewegungen zwischen den Grenzen und eine offiziell inoffizielle Zusammenarbeit der Behörden.