Zugegeben, die Inhaltsangabe auf der Rückseite der DVD lässt nicht unbedingt auf einen anspruchsvollen Film schließen. Das es jedoch gleich so schlimm kommen würde, konnte
keiner, ich am allerwenigsten, ahnen.
Story:
Vor den Augen von Cop Tucker und seiner Kollegin Flynn erschießt eine junge Wissenschaftlerin einen kleinen Jungen. Er sei gefährlich, ist die einzige Begründung die die daraufhin Verhaftete äußert. Bevor Tucker und Flynn sie jedoch eingehender verhören können, wird die junge Frau von Beamten des „Department of Historical Research“ unter der Leitung eines Mannes namens Villano fortgebracht.
Der Fall scheint für die Polizei erledigt. Nicht jedoch für die ehrgeizige Flynn. Sie überredet Tucker auf eigene Faust zu ermitteln.
Dabei stößt das ungleiche Paar auf merkwürdige Dinge. Es scheint als sei der kleine Junge von einer Macht aus dem All besessen gewesen, die nur eines im Sinn hat: Die Apokalypse herbeizuführen und somit die Menschheit auszulöschen. Unglücklicherweise kann dieses Wesen sich in verschiedenen Körpern einnisten und sie kontrollieren, was eine Verfolgung äußerst schwer macht. Der Countdown zum Ende der Welt läuft (mal wieder oder immer noch?)...
Was mir gefallen hat:
Suche stets zuerst die positive Seite einer Sache, bevor du mit der negativen Kritik beginnst, so habe ich es jedenfalls gelernt. Wie dem auch sei, besonders gut haben mir die Credits gefallen, das unverkennbare Zeichen dafür, dass der Film zu Ende ist.
Was ich nicht so toll fand:
Das Cover wirbt mit den Worten „Der Mega-Science-Fiction-Welterfolg“, wobei diese einfache Phrase gleich mit einem schönen Rechtschreibfehler versehen wurde: Science schreibt man neuerdings nämlich „Scince“. Ein banaler Fehler, der bis auf Perfektionisten eigentlich kaum jemanden interessiert. Mega-Welterfolg? Nun ja, mir war der Film bis dato unbekannt und nur aufgrund seines billigen Preises von 8,99 Euro in meinen DVD-Player gelangt.
Wieso, die DVD so preisgünstig angeboten wurde sollte ich später erfahren.
Beginnen wir zunächst mit der Story. Mit jeder Minute mehr, beschlich mich das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben. Ein klassisches Déjà-vu. Zwei völlig verschiedene Polizisten geraten zufällig in einen brisanten Fall, der sie so sehr in Anspruch nimmt, dass sie selbst ohne Erlaubnis ihres Vorgesetzen die Ermittlungen fortsetzen.
Das „Paar“ setzt sich selbstverständlich aus einem Mann und einer Frau zusammen. Die beiden verstehen sich anfänglich natürlich überhaupt nicht, kommen sich aber während des Filmes näher.Um den Klischees gerecht zu werden, präsentiert sich der männliche Held (mal wieder) als einsamer Wolf. Ungeduldig, grob, wortkarg und ein Macho wie er im Buche steht. Um der ganzen Sache einen runden Abschluss zu geben, wurde unser „Held“ mit einer schicksalhaften Vergangenheit versehen, die dem Zuschauer in Form von schwarz-weiß Rückblenden nähergebracht wird und dem Film eine tragische Ambiente verleihen sollte. Bei einem Überfall verlor Tucker Frau und Kind, während er nur hilflos zusehen konnte. Dies wurde leider so emotionslos inszeniert wie der Rest des Filmes und lässt den Zuschauer einfach kalt.
Das genaue Gegenstück Tuckers stellt seine Kollegin Flynn dar. Eine ehrgeizige, verständnisvolle, überlegte, Frau, die den Fall eher mit Verstand als mit Tatkraft lösen möchte. Wieder eines der üblichen Klischees, die ich langsam leid bin.
Und wo wir gerade bei dem Thema Klischees sind, es scheint der Film hat sich aller größte Mühe gegeben keines der gängigen Cop-Klischees auszulassen. So darf selbstverständlich auch nicht die Nummer „Guter Cop, Böser Cop“ fehlen. Und jetzt raten sie mal, wer den bösen Cop spielen darf.
Der ewigwährende Kampf der Geschlechter ist ein Phänomen, das auch dieser Film nicht außen vor lassen wollte. Schaffen es einige Filme noch diesem eine humoristische Seite abzugewinnen, artet es in diesem Film lediglich zur Qual für die Ohren aus. Mit oberflächlichen und äußerst kindlichen Geplänkel bekriegen sich die beiden verbal, so dass Tuckers Vorschlag „Lass uns besser schweigen“, wie eine himmlische Erlösung für den Zuschauer erscheint.
Auch die restlichen Dialoge bewegen sich auf dem Niveau der RTL 2 Nachmittagsunterhaltung. Mit obligatorischen Sätzen, wie „Raus hier, die Bude fliegt gleich in die Luft“, wird dem Zuschauer das bestätigt, was er ohnehin schon die ganze Zeit wusste.
Die Actionszenen und Spezialeffekte siedeln sich ungefähr auf der gleichen Ebene an, wie die Dialoge. Eine kleine Verfolgungsjagd mit dem Auto, ein explodierendes Haus und eine schwindelerregende Kletterpartie auf einem 20 Meter hohen Baugerüst. Alles ist recht unspektakulär inszeniert und langweilig bis einschläfernd. Wenn man ersteres noch dem vergleichsweise niedrigem Budget zuschreiben kann, gibt es für letzteres leider keine Entschuldigung. Die Story ist derart vorhersehbar und wirkt so bei den Haaren herbeigezogen, dass jeder Anflug von Spannung schon im Keim erstickt wird.
Die größte Frage, die sich mir am Ende stellte war, wie konnten sich Schauspieler wie Louis Gossett jr., Bill Paxton und John Hurt für ein derartige Billigproduktion verpflichten.
Louis Gossett jr., der für seine Leistung in ein Offizier und Gentleman mit einem Oskar bedacht wurde und aus Filmen wie The Prinzipal oder Enemy Mine, spielt den nüchternen Vorgesetzen Tuckers und Flynns und bleibt weiter hinter seinen schauspielerischen Fähigkeiten zurück.
Auch Bill Paxton, der zwei Jahre zuvor mit One False Move“ bewiesen hatte, dass er ein hervorragender Schauspieler ist, wirkt den ganzen Film über blass und desorientiert.
Das gleiche lässt sich auch über John Hurt sagen. Bekannt wurde er durch Filme, wie der Elefantenmensch, Alien und Midnight Express, für den er sogar eine Oskarnominierung erhielt. In Monolith wirkt er hingegen mehr als deplaziert.
Lindsay Frost war mir vorher nicht bekannt. Sie schafft es sogar noch die schwachen Darstellungen ihrer Kollegen unterbieten und kann in keiner Hinsicht in ihrer Rolle überzeugen.
Fazit:
Hoffnungslos unterforderte Schauspieler kämpfen vergeblich gegen ein haarsträubendes Drehbuch an und scheitern kläglich.
Selbst ein tropfender Wasserhahn hat einen höheren Unterhaltungswert. Ein Film, den man besser ganz schnell wieder vergisst oder noch besser erst gar nicht ansieht.
Der Film erhält von mir 1 Punkt