Noch so ein Film, der rein inhaltlich rund vierzehn Jahre zu spät kommt, denn von der Hysterie des Jahrtausendwechsels war bereits am 1. Januar 2000 nichts mehr zu spüren.
Aber auch handwerklich wirkt der Streifen reichlich angestaubt und ein wenig retro, was im Vergleich zu billigen Computereffekten hingegen fast wie eine Wohltat ist.
Die dreiköpfige Patchworkfamilie Haskin ist an Sylvester 1999 in der Walachei (Masons Grove) unterwegs und zeltet, als sie von degenerierten Rednecks verschleppt werden. Töchterchen Clarissa soll noch in dieser Nacht mit einem Jüngling vermählt werden, doch die Anwesenden haben die Rechnung ohne einen Riesenkäfer gemacht, der pünktlich zum Jahrtausendwechsel aus der Erde kommt...
Die wesentlichen Figuren werden rasch eingeführt, wobei die reisende Familie etwas zu oberflächlich abgehandelt wird, was für das spätere Mitfiebern nicht von Vorteil ist.
Hinzu gesellt sich ein besessener Zoologe, der mit seinem Kameratagebuch eher Drive herausnimmt, da das kryptische Geschwafel genauso wenig bringt wie die verwackelte Kamera im Halbdunkeln. Demgegenüber sind die Hinterwäldler recht treffend besetzt, wobei das sehr gute Make-up, inklusive der gelben und schiefen Zähne vollends punktet und auch der weißhaarige Onkel, der abwechselnd in seinen Napf spuckt und auf das weibliche Opfer stiert, bereitet einigen Spaß.
Das Monster ist indes eher zweckdienlich ausgefallen, - zwar ohne jegliche Computereffekte, doch etwas ungelenk schaut das klobige Monster in seiner Mischung aus Panzer-Dino und Ameisenkopf schon aus. Mal zieht das Ungetüm seine Opfer in die Erde, dann sticht es mit seinen langen Tentakeln zu, doch Splatterfreunde werden eher schlecht bedient, auch wenn es ein entstelltes Gesicht, eine durchbohrte Leiche und ein paar kleine Blutfontänen zu sehen gibt.
So dulden die Rednecks kein Fluchen in ihrer Waldhütte, das Monstrum spuckt schnell noch seinen Nachwuchs aus und am Ende kämpft jeder gegen jeden, wobei eine finale Explosion mit zwei umher fliegenden Latten weniger als minimal daherkommt. Darstellerisch gibt es zumindest keinen Totalausfall, der Score spielt ordentlich mit und auch das einigermaßen flotte Erzähltempo lässt kaum Längen aufkommen.
Die Grundidee mit doppelter Bedrohung für die Zivilisten ist gewiss nicht verkehrt, dennoch mangelt es an spannenden Einlagen, da die Geschichte überwiegend vorhersehbar abläuft.
Monsterhorror ohne schlechte CGI bietet zwar eine willkommene Abwechslung, doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Passable Unterhaltung also, sofern ein Faible für schlichten Trash vorhanden ist.
5 von 10