Review

Was sich auf den ersten Blick wie ein durch und durch zu ignorierendes Filmchen anfühlt, wird auf den zweiten Blick recht unerwartet manchmal zu einem kleinen Trashfest voller Monsteraction, blutigen Szenen die eine FSK 18 rechtfertigen sowie jede Menge spritzig ekliger Käferbrut. THE MILLENNIUM BUG hat eine Menge davon und korrigiert zum Glück auch mein voreiliges (Vor-)Urteil. Warum der Titel ein kleines Wortspiel ist, sollte an dieser belesenen Stelle nicht ausführlich erklärt werden müssen. Wenn durchaus ungnädige Hillbillys noch nicht genug Terror sind und erst der Y2K² (Jahr 2000 Käfer) für wirkliche Verwirrung stiftet, dann weiß doch der Trash erfahrene Vielseher, warum die rund 84 Minuten keine verschwendete Sehzeit waren.

THE MILLENNIUM BUG ist durch und durch voller gelungener old-school Atmosphäre mit viel Nebel, schrägsten Charakteren und wie erwähnt zahlreichen und erstaunlich blutigen Effekten, die durch ihren permanent handgemachten Charakter absolut überzeugen. Auch der Actionfaktor ist durchgängig hoch und unsere armen Opfer, die Familie Haskin, stellt sich den Frisch-Gen-geilen Wahnsinnigen durchaus tapfer entgegen. Die Masken der schrägen Familie sind nicht von schlechten Eltern und in einigen zentralen Kampfszenen gibt es durch gekonnt atonale Musik, ungewöhnliche Kameraführung und mit den grotesken Figuren geradezu erstaunlich intensive Bilder, die THE MILLENNIUM BUG Schritt für Schritt in die filmische Mittelklasse bugsiert haben.

Aber noch hat niemand mit (dem) "Super-Käfer" gerechnet, der nach über 1000 Jahren Schlaf genauso viel schlechte Laune hat. Die Animationen bzw. Effekte in Bezug auf das Tierchen sind nicht nur sehr effektiv, sondern auch voller Charme und erinnern mich in dieser Kombination an gute Trash-Beiträge der letzten Jahre wie TROLL HUNTER. Es kommt in der wilden Verfolgung auch wirklich keine Sekunde Langeweile auf und das sicherlich sehr beschränkte Budget holt das Optimale aus THE MILLENNIUM BUG heraus. Gebisse groß wie Lastwagen, vielfarbiger Käferschleim und blutige Fights lösen sich im letzten Drittel erfolgreich um die Gunst des Zuschauers ab.

In den letzten Minuten gibt es noch schier atemberaubend blutige Maskenarbeit mit großen Reminiszenzen an das explizite Horrorkino der 80er Jahre und ich "muss" mich beherrschen, nicht noch weiter auf der Punkteskala nach oben zu greifen. Trotzdem lehne ich mich mit der Bewertung hier bewusst weit aus dem Fenster. THE MILLENNIUM BUG hat alles was der geneigte Tiermonster-, Trash- und Schleimfetischist braucht. Auch für das männlich-chauvinistische Auge wird einiges geboten und als Auftakt eines feucht-fröhlichen Monsterabends unter Gleichgesinnten ist THE MILLENNIUM BUG ohne Einschränkung zu empfehlen.

5,5/10 Punkten

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