Der Graf von Oxford (Rhys Ifans) schreibt Stücke und Gedichte, die großen Einfluss auf das Volk und die Geschicke Englands haben könnten. Da seine Tätigkeit nicht standesgemäß ist, hält er seinen Namen zurück. Bald hält alle Welt den unzuverlässigen, versoffenen Schauspieler Will Shakespeare (Rafe Spall) für den Urheber…
Opulent inszenierter Historienkrimi, der mit der aufregenden Vorstellung lockt, dass das etablierte Wissen über einen der berühmtesten Autoren aller Zeiten gefälscht sein könnte. Trotz verschachtelter Erzählweise macht es sich der Film allerdings zu einfach: Zuallererst wirken die zahlreichen Theaterausschnitte in der Auswahl beliebig und in der Wirkung nie so mitreißend, wie die Figuren unermüdlich behaupten. Es fehlt an einer inszenatorischen Idee, wie die Wucht des Theaters über die Leinwand auf das Kinopublikum überspringen könnte. Zweitens reduziert der Film die Macht des Theaters und der Kunst im Allgemeinen viel zu sehr auf politische und gesellschaftliche Einflussnahme. Und drittens fehlt es an einer gut ausgebauten Meta-Ebene, die sich mit den zum Teil ironischen außerfilmischen Aspekten des Projekts beschäftigt: etwa damit, dass die alternative Lesart, die der Film vertritt, nicht weniger angreifbar ist als die etablierte. Oder damit, dass der Film einer Fähigkeit der Kunst huldigt, die im Schaffen des Regisseurs bisher keine nennenswerte Rolle gespielt hat. Was bleibt, ist erzählerisch kompliziert, substanziell schlicht und ein bisschen langweilig.