Waterworld avancierte seinerzeit, anno 1995, zum teuersten Film seiner Zeit. Und wenn man sich so besieht was der Costner Kevin & Co. hier so abliefern, dann fragt man sich ernstlich wo der ganze Schotter (immerhin 170 Mio harte U.S.-Dollars) bloß geblieben sein mag. Denn zwar kann man dem Streifen zwar größtenteils nun nicht unbedingt optische Nachlässigkeit vorwerfen, aber Effekte die den entstandenen Kostenrahmen auch nur im Ansatz rechtfertigen würden sucht man ebenso vergebens. Ein paar lumpige Fantasy / No-Future-Schaluppen, diverse abgerißene Endzeitkostüme a la Mad Max und ein rostiger Hochseefrachter der den Villains als Hideout dient. Das war's dann aber auch schon.
Überhaupt wird man, exorbitantes Budget hin oder her, den Eindruck nicht los es mit einem klassischen B-Movie der Sci Fi-Sparte zu tun zu haben. Das Script alleine ist schon fast als schwachsinnig zu bezeichnen und so löchrig wie ein schweizer Käse. In einer Welt aus Wasser sollte man den kiemenbewehrten Mariner eigentlich wie einen Erlöser feiern und versuchen dessen Gene zu erhalten und fortzupflanzen, stattdessen haben die Hochsee-Hillbillys nichts Besseres zu tun als ihm konsequent nach dem Leben zu trachten. Dann wären da noch die bösartigen Smoker, die selbst nach Jahrhunderten (laut eigener Aussage) auf ihrem maroden Tanker immer noch über ausreichend Zigaretten und Munition verfügen, was angesichts mangelnder Tabakanbau- und Erzschürfmöglichkeiten zugegebenermaßen doch recht erstaunlich ist.
Und wo mag eigentlich überhaupt das ganze Wasser hergekommen sein, das dem Augenschein nach mühelos ausreichte um die ganze Welt komplett zu fluten? Gut, wie uns der Mariner in einem Anflug bedeutungsschwangerer Nachdenklichkeit verklickert, hat die achtlose Menschheit wohl mit einer Art Krieg irgendwie die Polkappen geschmolzen. Ob selbst das allerdings ausreichen würde um die gesamte Landmasse zu fluten, wage ich anzuzweifeln. Nun gut, wer weiß. Villeicht ist die Menschheit ja in besagter, ferner Zukunft von Atom- zu gigantischen Wasserbomben übergegangen? Doch selbst die müßte man ja erst irgendwie füllen. - Aber ich schweife ab...
Auf jeden Fall sieht sich der Mutant und Eigenbrötler Mariner eines Tages unversehens mit ein paar neuen Mitreisenden konfrontiert, namentlich der jungen Schönheit Helen und ihrem Mündel Enola. Letztere hat eine mysteriöse Tätowierung zwischen den Schulterblättern, die angeblich den Weg nach dem sagenumwobenen "Dry land", dem letzten verbliebenen Festland, weisen können soll. Wie wahrscheinlich es wäre dass in einer Welt in der schier jeder in einem Boot um die Gegend schippert noch kein Aas dies gelobte Land im Verlaufe der Zeit schon rein per Zufall entdeckt hätte, lassen wir mal dahingestellt. Wir begnügen uns also einfach mal gutmütig und genügsam damit, zu glauben dass man das verheißene Eiland ausschließlich per Karte finden kann. Wir sind ja da nicht so. - Dumm nur, dass niemand die Karte zu deuten versteht, was die unerläßlichen Film-Villains des Werks aber keineswegs davon abhält, Ihr nichtsdestotrotz exzessiv nachzujagen. Diese erweisen sich als rauhe Gang von Tunichtguten und Piraten unter dem Kommando eines einäugigen Dennis Hopper. Den fehlenden Glotzer hat ihm natürlich der Mariner aus dem Schädel geschoßen, woraus wohl die Ahab-verdächtige Passion des farblosen Bösewichts herrühren mag, den Mutanten unbedingt zur Strecke bringen zu wollen. "Wal, da bläst er!" Glücklicherweise haben die Smoker wohl einst die Überreste von Kalifornien entdeckt und verfügen so über eine fast unerschöpfliche Zahl von Jet-Skies, mit denen sie dem Katamaran des Mariners und seiner weiblichen Begleitung beharrlich nachstellen.
Und während der biologisch advancte Elitemutant und erprobte Kämpe unter dem Einfluß seiner Begleiterinnen langsam aber sicher die filmisch und politicall correctness-technisch unerläßliche Soziallektion erfährt, rücken die Smoker dem Trio immer dichter auf den Pelz und roden derweil schonmal ersatzweise alles, was sonst so an menschlichem Leben ihren Weg kreuzt. Final erwischen sie dann natürlich (und vorraussehbarerweise) auch die kleine Enola, was dem Kiemen-Costner naturalmente willkommene Gelegenheit liefert seine Actionheldqualitäten aus der Mottenkiste zu kramen und in bester Manier eines verhinderten John Rambo den Kreuzer des Feindes im Alleingang zu stürmen und schließlich auch zu versenken. Anschließend findet man, nach Geistesblitz und plötzlichem Verständnis der Karte, dann natürlich auch in nur wenigen Tagen Fahrt das, wonach (laut Plot) ganze Generationen von Vorgängern vergeblich suchten: Dry Land. Nun könnte man natürlich fragen, wie hoch Dry Land wohl liegen müßte, wenn es immer noch über Wasser befrindlich ist während die ganze restliche Erdmasse Land unter meldet und ob es dort rein rational überlegt demzufolge aufgrund der anzunehmenden Höhenlage nicht eigentlich arschkalt sein müßte. - Aber nein, Hollywood's Vision vertreibt solche ungenehmen Gedanken rasch. Dry Land ist natürlich ein blühendes Paradies, in dem Milch und Honig fließen und arabische Zuchtpferde bestens gestriegelt über's satte Grün tollen. - Der Mariner selbst aber, in seiner Eigenschaft als bärbeißiger Held, findet das traute Idyll eher brechreizerregend und begibt sich in der Schlußszene wortlos wieder hinaus auf die Weiten des unendlichen Meeres... - Immerhin, mal was Anderes: Der "Lone Wolf" planscht von dannen...
F A Z I T :
Waterworld ist ein B-Movie, wie er im Buche steht. Die Storyline ist größtenteils einfallslos, der Plot kann mit keinen Überraschungen aufwarten und die Charaktere präsentieren sich samt und sonders als gänzlich uninteressante Stereotypen ohne jede individuelle Kontur. Was Costner dereinst geritten haben mag, in diesen eines Albert Pyun "würdigen" Dünnpfiff derart viel Kohle zu stecken, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Die Zuschauerschaft quittierte die schlechte Qualität des Stoffes an den Kinokassen jedenfalls gnadenlos und ließ den Streifen so zu einem der bodenlosesten kommerziellen Flops der Filmgeschichte werden. - Nun, Costner hat's überlebt. Und ich auch, obgleich ich den Sach angesehen habe. Etwas, dass ich Euch nicht unbedingt guten Gewissens empfehlen kann. - Doch seien wir nicht zu gemein: Man kann sich Waterworld durchaus mal ansehen. Villeicht an einem sehr, seeeehr langweiligen Abend...