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Mittlerweile werden groß angelegte Petitionen ins Leben gerufen, um das cineastische Schaffen von Uwe Boll zu unterbinden, doch es scheint, der Mann beschwört solche Provokationen geradezu hinauf, um in den Medien weiterhin im Gespräch zu bleiben.
Jüngst sorgte sein „Auschwitz“ für einigen Diskussionsstoff und auch in dieser an „Barbarella“ angelehnten Geschichte geht es alles andere als politisch korrekt zu.

Die titelgebende Blubberella ist seit 800 Jahren eine Superheldin, die offensichtlich quer durch die Zeitgeschichte reisen kann. Nun hat es die Frau, (halb Mensch, halb Vampir) nach Deutschland ins Jahr 1940 verschlagen, wo ein verrückter Arzt mit Vampirblut experimentiert, um Hitler unsterblich zu machen…

Man kann Boll viel Schlechtes vorwerfen, doch mitunter bieten seine Geschichten zumindest eine interessant klingende Prämisse. Auch hier könnte eine freche korpulente Heldin im Kampf gegen Nazis durchaus für gute Laune sorgen, doch die Mischung aus unsäglichen Klischees, einer komplett fehlenden roten Linie und sehr viel Klamauk verfehlt meistens seine Wirkung.
Zu leichtem Schmunzeln können anfangs eventuell noch die Vermischung verschiedener Epochen führen, wenn etwa Blubberella einige Dates im Chat verfehlt oder Nazis berühmte Hollywoodstars beim Namen nennen, die zu der Zeit noch gar nicht aktiv sind.
Doch das ständige Pochen auf Essen, Sex und sonstige Fäkal-Tendenzen lässt das Niveau rasch hinabsinken.

Handlungstechnisch dreht man sich ohnehin im Kreis: Ein Kommandant wird mit Vampirblut infiziert und macht sich alsbald über einige Opfer her, während der Arzt weiter forscht und Blubberella indes mit ihren beiden Weggefährten nach einem Plan zum groß angelegten Sturz der Nazis sucht. Boll selbst übernimmt dabei die Rolle von Hitler, der hier mehr als harmloser und etwas stoffeliger Privatmann mit Hang zu modernen Brettspielen dargestellt wird, denn als Politiker, was einen zuvor völlig deplatzierten Gag mit einer Gruppe Gefangener im Arbeitslager halbwegs relativiert.

Dabei steht Boll sich selbst im Weg, indem er keinen Faden konsequent zu Ende führt, obgleich er seine dünne Geschichte in Kapitel unterteilt hat. Hier mal ein Abstecher zu völlig irrelevanten Figuren, dort eine halbherzige Planung zu einer Gegenmaßnahme, zwischendurch wieder jede Menge Gagversuche durch den tuntigen Gefährten (wobei einige wenige tatsächlich in Ansätzen zünden) und sehr viel Overacting bei sämtlichen Beteiligten, zu denen auch bekannte Gesichter wie Clint Howard oder Michael Pare zählen.

Insgesamt offenbart die Produktion eine passable Ausstattung mit ordentlichen Requisiten, der einen oder anderen kleinen Explosion und leicht angedeuteten Gore, doch die fahrig in Szene gesetzte Story lässt nur selten Humor aufkommen, Spannung oder gar Atmosphäre sind ebenfalls kaum vorhanden und am Ende stellt sich die Frage nach einer Pointe innerhalb des heillosen Durcheinanders schon längst nicht mehr.
Die Outtakes während des Abspanns untermauern zumindest, dass die Beteiligten am Set oft ihren Spaß hatten, - nur leider überträgt sich dies kaum auf den Betrachter.
3 von 10

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