Fünf Freunde um den erklärten Fuchsjagdfan Lucas wollen auf der Insel Mull entspannen und suchen deshalb sein entlegen gelegtes Anwesen auf. Da die Fuchsjagd verboten ist, machen die unerfahrenen Leute (und Lucas Lord Helmchen) Jagd auf Rotwild. Am Tag danach erwachen sie jedoch nicht in ihren Betten, sondern nackt und halb erfroren irgendwo in den Bergen. Was sie zunächst für einen üblen Scherz von Lord Helmchen halten, entpuppt sich später als böser Alptraum - denn fanatische Tierschützer drehen den Spieß um und machen Jagd auf die menschliche Beute.
Normalerweise würde ich der Inhaltsangabe noch den Satz anfügen: " Wer wird dieses bla Spiel überleben blabla...?" Aber dieser Satz erledigt sich denn, Regisseur Edward Boase beweist mit seinem Spielfilmdebüt vorzüglich, wie man es nicht machen sollte. Nach der kleinen Geschichtskunde über England´s Gesetze über die Jagd können wir den sechs Buddies also zuschauen, wie sie einen Hirsch erlegen, dessen Eingeweide rausbuddeln und ihn im Kellerschuppen aufhängen. Obwohl ich Splatter ja mag, kann ich Tiereingeweihten etc. nicht so ab - geht etwa das Konzept von Regie-Ass Boase auf? Werde ich am nächsten Tag einen Heulkrampf bekommen und kollabieren, bevor ich in meinen geliebten Hamburger reinbeiße, weil da ja Fleisch drin ist?
Nein, denn es gibt da eine einzige Sache, die den Film nicht nur abschießt, sondern den Volltreffer zum Kopfschuss landet: Und das sind die dämlichen, alle zwei Minuten auftauchenden Pseudokommentare der Jäger-Freunde.
Nicht nur, dass diese Interviews den Spielfluss in der später folgenden Menschenjagd unterbrechen, sondern der Zuschauer dürfte somit auch wissen, dass alle diese Menschenjagd überlebt haben. Durch diesen Fauxpas bleibt wirklich sämtliche Atmosphäre und Spannung auf der Strecke. Ein Ärgerniss hoch zehn. Denn ansonsten wäre "Freiwild" ein ganz passabler Thriller aka "Surviving The Game" geworden und hätte vier bis fünf Punkte eingeheimst, da die Darsteller ihre Sache gut machen und die Kamera in der herrlichen Landschaft gut in Szene gesetzt ist. Aber so nicht mein lieber Herr Gesangsverein. Keine Ahnung, ob es eine Vertragsklausel war, diese Interviews im Film unterzubringen oder Boase einfach meinte, dass sein Film dann unheimlich tricky beim Publikum rüberkommt, ich weiß es nicht.
1/10