"Sie nennen mir Zeitpunkt und Ort. Ich gebe Ihnen ein Zeitfenster von 5 Minuten. Wenn innerhalb dieser 5 Minuten was schief geht, gehör' ich Ihnen. Ohne wenn und aber. Ich werd' mich nicht an dem Überfall beteiligen oder eine Waffe tragen. Ich fahre."
Inhalt:
Tagsüber arbeitet der Driver unauffällig als Stuntfahrer in Hollywood, abends holt er sich seinen Kick, indem er Aufträge für die Mafia erledigt und sein Können als Fahrer von Fluchtautos unter Beweis stellt. Als einer der Raubzüge schiefgeht, gerät er unter Verdacht seiner Auftraggeber, die ein Kopfgeld auf ihn aussetzen. Fortan muss er beweisen, wie viel ihm an seinem Überleben gelegen ist.
Kritik:
WOW! Dieser Film haut einen um und lässt einen nicht mehr los.
Obwohl man in den ersten 10 Minuten fast gänzlich auf Dialog verzichten muss, bekommt man einen riesigen Auftakt geboten, indem man sich eine der besten und, obgleich sehr ruhig, spannendsten Verfolgungsjaden ansehen darf. So könnte man jetzt auf die Idee kommen, dass es bis zum Schluss so weiter geht, aber das ist nur teilweise richtig. Zwar geht es in jeder Szene recht ruhig zu, aber es liegt eine nicht erklärbare Spannung darüber, die Mal stärker, mal schwächer, spürbar ist.
Dann gibt es da noch die Gewaltspitzen die sich in der zweiten Hälfte des Films offenbaren. Diese wirken wie Explosionen und man ist ihnen schutzlos ausgeliefert, so, dass man im ersten Moment noch gar nicht richtig fassen kann, was man sieht.
"Weißt du was? Halt einfach die Fresse oder ich stopfe dir die Zähne in den Hals, damit du endlich still bist."
Ryan Gosling bestimmt jede Szene. Seine perfekte Mimik sorgt dafür, dass man trotz des wenigen Textes den er aufzusagen hat, weiß was in ihm vorgeht und was er denkt. So vermisst man auch keinen Text. Im Gegenteil. Denn zum einen funktioniert es fabelhaft ohne diesen und zum anderen spielt Gosling derart gut, das jedes weitere Wort wie Balast wirken würde. Damit und mit seiner unfassbaren Coolness spielt er alle anderen Darsteller gnadenlos an die Wand. Alles, was dann Inszenierung in 80er-Retro-Look und Darsteller noch nicht erledigt haben, macht die Musik, denn abgesehen von dem großartigen, teils minimalistischen Score wird der Film durch den perfekt zusammengestellten 80's-Synthiepop-Soundtrack abgestimmt.
Fazit:
Ein perfekter Film, mit perfekter Hand inzeniert, einem perfekten Darsteller besetzt und mit perfekter Musik unterlegt.
Wer für diesen Film nicht in ein Kino in der Nähe geht ist selber schuld, denn "Drive" ist ein Film für das Kino. Da muss man ihn gesehen haben. Denn nur auf einer Leinwand kann der Film seine volle Kraft entfalten und einen mit seiner Bilderflut überrollen.
Bitte mehr davon. Für solche Filme will man doch ins Kino!
"Ich bin Fahrer. Beim Film."