Review

Drive(2011)

Regie Preis in Cannes, IMDB-Top-Platzierung, Höchstwertungen und Lobpreisungen aus jeder ernsthaften Kritiker Ecke des Planeten müssen ja zwangsläufig zu einem modernen Klassiker führen, den unbedingt gesehen haben muss. Oder etwa doch nicht?

Drive beginnt sehr düster und druckvoll, der Soundtrack wabbert und pulsiert regelrecht über die beeindruckende Metropole und die erste Flucht-Verfolgungsjagd zeigt sehr eindrucksvoll, damit man nicht hunderte CGi-Effekte oder tonnen von zerlegten Metall(Fast Five grüßt) braucht um den Zuschauer an die Leinwand zu fesseln. Auch müssen nicht dutzende Leute niedergeschlagen oder erschossen werden, wie das in den Transporter-Filmen oder in Bad Boys Teilen der Fall ist. Gewalt gibt es zwar trotzdem, doch bis auf die zwei etwas gröberen Gewaltspitzen, ist der Film erstaunlich ruhig und gelassen erzählt. Ebenfalls ein angenehmer Kontrast zu den ganzen PG13-Hippster-Actionfilmen der letzten Jahre.

Nicolas Winding Refn orientiert sich dabei sehr fein an Genreklassikern wie "Driver" von Walter Hill und zitiert Filme rund um die 70er und 80er mit überragendem Inszenierungsgespür, das man so schon in "Bronson" von ihm sah.

Darstellerisch bekommt man ordentliche Darbietungen zu sehen. Ryan Gosling, als namenloser Fahrer, mit einer soliden Leistung der seinem Repertoire nun eine stoische, aber auch etwas zu nebulöse Figur hinzufügt. Die Nebendarsteller zeigen da schon mehr, allen voran Albert Brooks als cholerischer Mafiaboss oder Bryan Cranston als sympathischer Mentor, auch Carey Mulligan oder Ron Perlman liefern ansehnliches Schauspielkino ab.

Ein störendes Manko hat der Film jedoch. So stylish und einzigartig der Arthouse-Heist inszeniert ist, etwas mehr Emotionen hier und einige interessante Charakter- oder Handlungsfäden da, wären wünschenswert gewesen, da der coole Retrolook, die flachen Charaktere nicht ganz kaschiert, so gut sie auch gespielt sind. Gerade die sich entfaltende Romanze zwischen dem Driver und Irene fehlt einfach der letzte Funke.

Fazit...ein cooler Trip, der grandios inszeniert ist, mit einem herausragend eingesetzten Soundtrack untermalt ist und obendrein von den absolut gelungenen Vorstellungen abgerundet wird. Dennoch wäre bei der zu unterschwelligen Geschichte an sich etwas mehr drin gewesen.

8/10

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