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"We Need to Talk About Kevin" nähert sich auf äußerst sensible Weise einem schwierigen Thema an. Das Leid der Familie wird hier glaubwürdig greifbar. Dabei vermischt der Film intelligent unterschiedliche Zeitebenen miteinander. Die Darsteller agieren allesamt großartig. Eindrücklich wird die Machtlosigkeit und Ratlosigkeit der Eltern dargestellt, denen aber dennoch von der Gesellschaft die Schuld aufgebürtet wird. Es wird zwar im Film nicht explizit angesprochen, doch die Verhaltensmuster Kevins deuten eindeutig auf ADHS und Autismus hin. Das Attentat als Solches wird im gesamten Film so gut wie gar nicht gezeigt, was die Intensivität der Erzählung aber eher noch erhöht. - Äußerst stimmungsvolles und anspruchsvoll erzähltes Drama, das sowohl inhaltlich, als auch schauspielerisch und filmtechnisch zu überzeugen weiß.