Ohja, wieder mal ein Film. Kein Film zum Zeitvertreib, sondern ein Film zum Nachdenken.
Ich schätze deutsche, österreichische oder nordische Filme in letzter Zeit immer mehr. Diese haben tatsächlich ein Qualitätssiegel, nämlich meines.
Dieser Streifen ist wie eine Faust in's Gesicht. Er hat keine Handlung, keine Action oder Horror-Elemente. Dieser Film ist ein Spiegel der Realität. Es ist quasi ein deutsches "Philadelphia".
Super gut inszeniert, aber mit seiner Ausgangssituation in sich selbst gefangen und abgegrenzt.
Das Leben ist tragisch und es gibt Schicksale. Wenn man "Halt auf freier Strecke" mit "Dunkle Tage" vergleicht, dann weiß man, dass es ein gemeinsames Ende gibt, jedoch der Fokus komplett woanders liegt.
Dieser Film ist so, als würde ich meinem Vatern beim Sterben zusehen, über 1,5 Stunden. Tragisch, aber das ist das Leben.
Man muss nicht immer das Leben selbst abbilden, Filme sind zur Abwechslung gedacht, als Inspiration, als Zeitvertreib, jedoch nicht als die Plakation von uninsperierten Leiden einer Person oder einer Familie. Jedenfalls nicht so unspektakulär.
Der Hauptdarsteller hat eine Schildkröte als Haustier. Genauso wirkt dieser Film auf mich.
FAZIT: Tragische, schlimme Handlung. Durchgehend toll inszenziert, jedoch ohne Glanz, ohne Erinnerungseffekt. Es ist eine mittelmäßig prodzuzierte Projektion auf ein Alltagsleben, welches weder interessant, spannend, noch furchteinflössend ist. Krebs kann jeder bekommen, die Schicksale sind dieselben.
Von mir gut gemachte 6/10 Punkten