Review

Im Grunde genommen recht spannungsarme und vor allem erschreckend blutleere Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King. Gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man bedenkt, dass kein geringerer als John Carpenter auf dem Regiestuhl gesessen hat...

Ich habe gerade dieses Buch vom Großmeister der Horrorliteratur zwar nie gelesen, aber es wird sicherlich hierbei genauso sein wie bei so ziemlich jeder anderen Stephen King-Verfilmung auch: Wo im Buch die Charaktere noch langsam und sorgfältig eingeführt werden, die subtile Spannung langsam und gemächlich, aber unaufhaltsam wächst, um sich dann in recht brutalen und grausamen Bildern (bzw. Zeilen) zu entladen, so werden im Film eben diese Elemente alle mehr oder weniger schnell durchgespult.

Der Hauptdarsteller mag als der Hänfling, der im Laufe des Films aufgrund des von ihm gekauften Autos und dessen unheimliche Anziehungskraft über sich hinauswächst und zum coolen Obermacho wird, nie so recht gefallen. Charaktere wie dessen Eltern, seine Freundin oder auch sein bester Freund bleiben ebenso erschreckend blass wie er selbst.
Einzig der heimliche Star des Films, das Auto, schafft als "Darsteller" etwas Atmosphäre - so dämlich das auch klingen mag. Vermutlich deswegen, weil hier logischerweise keine tiefgründigeren Charakterstudien, Beweggründe und Emotionen erwartet werden. Von den übrigen Darstellern hätte man sich das aber eben schon gewünscht - diese werden aber nur jeweils sehr oberflächlich angerissen, weswegen man sich auch mit keinem einzigen von denen auch nur ansatzweise identifiziert.
Möglich, dass das vom Regisseur so gewollt war (obwohl ich das nicht so recht glauben mag...), aber als filmisches Stilmittel ist es, gewollt oder ungewollt, eine klare Fehlentscheidung.

Die zur wahren "Unheimlichkeit" beitragenden Storyelemente, wie z.B. die langsam von Arnies bestem Freund aufgedeckten Hintergründe über Christine und deren langsam dem Wahnsinn verfallenen Vorbesitzern, die er aus dem Verkäufer auf dem Schrottplatz herausholt, wirken hier irgendwie zu gezwungen und merkwürdig aufgesetzt.
Ebenso wie die Wandlung des "Hauptdarstellers" vom brillentragenden Niemand zum coolen Aufreißer, welche merkwürdig schnell und recht unüberschaubar vonstatten geht.
Hier wäre mehr eben mehr gewesen.

Auch dem Härtegrad eines handelsüblichen Stephen King-Romans wird diese Verfilmung leider nicht einmal annähernd gerecht. Zu vieles bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen. Auch das kann so gewollt gewesen sein (obwohl ich dieses auch hier nicht glaube), aber auch hier gilt: Dieser Umstand wird in keinster Weise eines Stephen King-Buches gerecht. Aber hier wird wohl auch die kassenträchtige Kinofreigabe entsprechenden Effekten vorgezogen worden sein.

Einzig die gewohnt hervorragende Musik von John Carpenter kann man (wieder mal) überaus lobend hervorheben. Diese allein kann den Film aber nun wahrhaftig nicht tragen.
Es ist zwar nicht so, dass der Streifen nicht unterhaltsam wäre - es wollen nur eben weder so recht stimmige Spannung, noch urbaner Horror (der schon gar nicht...) aufkommen.
Bleibt indes noch die Frage, ob damals die Idee über ein selbständig handelndes, "böses" Auto wenigstens noch halbwegs gruselig war - heutzutage ringt dieser Umstand wohl auch nur noch den Wenigsten einen Schauer (oder gar schlimmeres) ab.

Nicht schlecht, aber auch nicht mehr als besseres Mittelmaß. In diesem Sinne: Gutgemeinte 6 von 10 Punkten.

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