Der von einigen Schülern gemobbte Arnie kauft einen Schrotthaufen von Auto. Christine, wie der Plymouth heißt, wird von ihm liebevoll restauriert. Doch unter dem Einfluss des Fahrzeugs, das über ein dämonischen Eigenleben zu verfügen scheint, verändert er sich. Und Christine und er sind rachsüchtig.
Die letzte Sichtung ist derart lange her, dass ich mich an nichts mehr erinnern konnte. Dieser Rewatch war also quasi ein neuer Firstwatch. Ich weiß nur noch, dass ich seinerzeit nicht besonders angetan war von Carpenters Klassiker. Damals habe ich aber vermutlich auch einiges nicht wahrgenommen.
Denn heut Nacht, schlaflos wie ich mal wieder war, hat mir der Film ausnehmend gut gefallen. Da steckt so viel Spaß drin, echte Klasse. Und mir kommt sicher zugute, dass ich Kings Vorlage nicht kenne, da ich von ihm nahezu nichts gelesen habe.
Die Figuren sind ziemliche Klischees, das passt aber zur Story, die abgesehen von Christine auch nur auf den üblichen College-Mobbing-Rache-Pfaden wandelt und inhaltlich so nicht viel neues bietet. Aber die Darsteller:innen machen ihre Sache gut, besonders Keith Gordon zeigt als Arnie eine ordentliche Wandlung.
Hauptattraktion ist aber selbstredend Christine. Dieser Plymouth macht in jedem Zustand eine gute Figur, hat sozusagen massig Charisma und Leinwandpräsenz. Dabei ist es völlig egal, ob das Auto ein Wrack ist, zu Klump geschlagen wurde, verbrannt, verbeult oder verbogen ist oder gar wie direkt der Hölle entsprungen in lodernden Flammen steht.
Carpenter verpackt seinen Star in edle Bilder und erzeugt in Zusammenspiel mit seinen eigenen Kompositionen und diversen Rock'n'Roll Song, mit denen Christine kommuniziert, des öfteren eine herrlich creepy Atmosphäre. Zudem sind die Reparatur-Sequenzen perfekt getrickst.
Allerdings ist nicht alles Chrom, was glänzt. Obgleich Carpenter durchaus in der Lage ist, an der Spannungsschraube zu drehen, vergisst er doch, auch den einen oder anderen Schock einzubauen. So kommt sein dämonisches Classic-Car leider ziemlich zahm daher, obwohl es im Finale ein zahnbewehrtes Maul zeigt. Es von Carpenters gewohnter Härte wäre wirklich fein gewesen. Doch auch so ist ihm ein toller Film gelungen.
Stark getrickster Horror nach Stephen King, der von Christine und der Atmosphäre lebt, denn die Story ist arg dünn. Ich fand ihn sehr unterhaltsam. Licht ausmachen!