Review
von Leimbacher-Mario
Iron Brei
Es gibt schlechte Filme, die sind einfach öde und höllisch langweilig. Und es gibt schlechte Filme, die regen einen auf und lassen einen dauernd mit dem Kopf schütteln, fast körperliche Schmerzen durchleiden. „They Saved Hitlers Brain“ schafft es irgendwie, fragt mich nicht wie, beides unter einen Hut zu bringen... Dabei sind Entstehungsgeschichte sowie die Prämisse (samt Titel und Poster) noch interessant und vielversprechend: immerhin ist dieser Fernsehfilm „zwei in eins“, d.h. er wurde von ein paar dreisten und talentfreien Pappnasen mit eigenem Material verlängert und ein konservierter, verwirrter Hitlerkopf als planloser Anführer einer Bande Nazis, die die Welt vergasen wollen, verspricht immerhin eine große Blödelei, einen trashigen Spaß, der in den 60ern seiner Zeit ja voraus gewesen hätte sein können... Aber nein, nichts da. Das ist eine miese Mogelpackung, eine echte Tortur und ein billiger Blender. Nicht mehr, eher noch weniger.
Es geht im Kern um ein Pärchen, das in einen Komplott rund um die Nazis und ihren geretteten Führerkopf gerät. Viel mehr, weiß ich gar nicht. Denn die „Geschichte“ ist dermaßen hohl, wirr, bescheuert und banal, dass man nur jeden beneiden kann, der dabei einschläft. Die ersten zwanzig, „erweiterten“ Minuten haben nichts, wirklich gar nichts mit dem Rest zu tun (der unter dem Titel „The Madmen of Mandoras“ wohl die bessere, weil kürzere Wahl gewesen wäre), sind jedoch noch mieser und dilettantischer als alles, was dann noch folgt. Ein echtes Kunststück, denn alles Darauffolgende ist auch schon großer Murks. Nach einer satten Stunde kommt dann endlich und erst der Hitlerkopf ins Spiel, der jetzt auch nicht total grottig aussieht und zumindest den ein oder anderen lustigen Ausschrei tätigt („Macht schnell! Macht schnell!“). Ansonsten ist das glasklarer Bodensatz, der gemieden werden muss. Kein Kult, kein Trash, nur Stuss. Und höchstgradig langweilig. Da schläft der Pilz unter den Fußnägeln ein. Die Akteure darf man nicht so nennen, die Geschichte wird ihren Versprechungen kaum gerecht, man blickt schnell nicht mehr durch und will das auch gar nicht. Man gibt auf, schläft ein oder kotzt ab. Oder alles drei zusammen. Denn die 90 Minuten kommen einem dafür locker lang genug vor. Von einem verkehrtherum aufgehängten, gestauchten Hakenkreuz über das dreiste 20-Minuten-Dummbratzen-Studenten-Intro bis hin zu deutschen Soldaten, die komplett akzentfrei lahmste Erstklässlerdialoge vortragen - da hätte man lieber wirklich Hitlers Kopf eingefroren und wiedergefunden als „They Saved Hitlers Brain“ aufzubewahren. Er hätte nicht mehr Schaden anrichten können. Kein Witz. Das Ding grenzt an Körperverletzung.
Fazit: der Titel verspricht viel, der Film hält nichts. Absolut NICHTS. Dead Show. Schlechter, nerviger, langweiliger und öder kann ein Filmguckjahr nicht anfangen. Kein Trashfest, sondern reinste Lebenszeitverschwendung. Dreist und dumm, billig und banal. Ekelhafter, elender Etikettenschwindel. Nein. Nein. NEIN.