Review

In den Siebzigern und Achtzigern waren diese Monsterfilme und Komödien über den Yeti und Bigfoot recht beliebt. Zu jener Zeit war man von CGI noch einige Schritte entfernt, wonach ein Statist stets mit Fellkostüm und Maske unterwegs war.
Dass sich manche Dinge scheinbar nie ändern, offenbart vorliegender Streifen auf reichlich trashigem Wege.

Wissenschaftler Jim und Tochter Emmy verstehen sich nicht sonderlich gut, seit Frau/Mom die beiden verließ. Für die alljährlichen Studien von Luchsen in den Bergen Kanadas soll dies eine Chance sein, sich wieder anzunähern, doch schon bald hat das vierköpfige Team in der Waldhütte ein weitaus größeres Problem vor sich…

Es dauert rund sechzehn Minuten, bis das Antlitz des Schneewesens zu sehen ist und ab da weiß der Betrachter, ob er nachfolgend Freude daran haben könnte oder die Sache besser vorzeitig beendet. Das weiße Fellkostüm ist entweder eine Nummer zu groß oder der Statist zu schmächtig, die langen gelben Zähne im insgesamt unförmigen Gebiss sehen noch okay aus, doch wenn sich der Kerl in Bewegung setzt, sind definitiv unfreiwillige Schmunzler angesagt. Sobald er ein Opfer im Visier hat, huscht er wie ein asiatisches Geisterkind um selbiges herum, kreist es ein, um dann hinterrücks zuzuschlagen, wobei die körperliche Haltung dem eines unterbelichteten Zabels gleichkommt.

Die Figuren gleichen demgegenüber üblichen Abziehbildern aus genreverwandten Vertretern: Eine aufmüpfige desinteressierte Tochter, ein liebevoller und zugleich cooler Dad, ein etwas zurückhaltender Gehilfe und die Kollegin, die natürlich schon ein Auge auf Jim geworfen hat, es aber noch nicht zum Ausdruck bringen möchte. Nebenher fraggelt noch ein Ranger mit seinem unförmigen Gehilfen durch die Gegend, doch beide sind zu blöd, die Fakten zusammen zu tragen, da natürlich schon einige Wintersportler verschwunden sind, welche aber scheinbar kaum vermisst werden.

So richtet man sich gesellig in der Hütte ein, postiert Überwachungskameras im Schnee und düst mit dem Snowmobil durch die Gegend, während Emmy die Gelegenheit nutzt, einen Touri anzumachen.
Ein Vandale scheint der Schneemensch jedoch auch zu sein, denn anstatt direkt in die Hütte einzubrechen, zerschmettert er eines der Schneemobile, später donnert er noch einen PC durch die Gegend.
Zwischendurch schnappt er sich einige Wintersportler, was fast immer mit Schlägen einher geht, woraufhin die Opfer sogleich mausetot sind. Selbst ein kleiner Schubser auf die Motorhaube eines Jeeps durch das Zottelvieh führt unweigerlich zum Tode, denn die daraus resultierenden Blutungen implizieren auch gleich multiples Organversagen.

Die FSK12 lässt erahnen, dass des Weiteren nicht allzu grob dahingesiecht wird, denn es bleibt bei Schlägen und Stößen, sehr wenig Blut und unspektakulären Konfrontationen.
Spannung resultiert daraus zu keiner Zeit, man kann sich allenfalls an der Schneebestie erfreuen, welche unbeholfen durch den verschneiten und phasenweise sogar atmosphärisch eingefangenen Wald latscht.
Zum Showdown mutiert natürlich die Sechszehnjährige zur Heldin, denn Dad ist seit einiger Zeit verschwunden, wonach man selbstverständlich direkt in die Höhle des Löwen stiefelt.

„Snow Beast“ ist folgerichtig Stoff für Trashfreunde, denn die titelgebende Bestie lehrt einem nicht das Fürchten, sondern das Schmunzeln. Handwerklich lässt sich nicht viel bemängeln und auch wenn die meisten Mimen nebenher im Winterschlaf befindlich zu sein scheinen, sind die Leistungen ansatzweise annehmbar. Ein old school creature feature, - fast schon etwas für Nostalgiker, wenn er denn nicht so furchtbar dämlich wäre.
4,5 von 10

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