Der Therapeut C. G. Jung (Michael Fassbender) will an einer masochistisch veranlagten Patientin (Keira Knightley) die umstrittene Gesprächstherapie seines Vorbilds Sigmund Freud (Viggo Mortensen) erproben. Doch schon bald genügt ihm das gesprochene Wort nicht mehr…
Geschwätziges Drama, das seine Wirkung im Wesentlichen darauf aufzubauen versucht, dass gut gekleidete, gebildete Menschen betont sachlich über allerlei psychische und sexuelle Normabweichungen debattieren. Unglücklicherweise lassen die stark vereinfachten, oft besserwisserisch und auftrumpfend vorgetragenen Sentenzen die Figuren recht kleingeistig erscheinen, sodass man ihnen kaum die Autorenschaft jener stillen, klugen und Weg weisenden Texte zutrauen mag, für die sie lebensweltlich bekannt sind. Der Verweis auf Phänomene jenseits des rational Erklärbaren bleibt erzählerisch ungenutzt und ebenso oberflächlich wie die Beschäftigung mit dem Masochismus der Patientin. Ihre Affäre mit Jung erscheint lediglich als eine konventionell-zärtliche Liebelei mit einigen versuchsmäßigen Handgreiflichkeiten. Keira Knightleys verbissenes Spiel wirkt einmal mehr, als vergeude sie ihre gesamte Energie für Selbstüberwachung und Fehlerkontrolle. Ähnlich unsicher wirkt die Inszenierung: Die langen Dialogszenen werden nur von kurzen Trennern unterbrochen, die Howard Shore mit austauschbaren Orchesteraufwallungen fluten darf. Insgesamt ein dröges, biederes Dramolett, das sehr viel anspruchsvoller tut, als es eigentlich ist.