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Ganz der trockene, kalte und analytische Cronenberg. Man kommt sich als Zuschauer fast selber so vor, als würde man beim Psychotherapeuten auf der Couch liegen! Selbst die paar sadomasochistisch angehauchten Sexmomente können dem puppenhaften, stocksteifen Kostümfilm kein richtiges Leben einhauchen. Vor allem fand ich Keira Knightley in den meisten ihrer Szenen überraschend schlecht und unglaubwürdig, ganz besonders wenn sie aufgebracht rüberkommen sollte. Mir hat das Beziehungsdreieck mit ihr als Patientin bzw. Schülerin, Herrn Jung und Sigmund Freud auch genauso wenig gefallen wie das mit den Zwillingen und der Frau in Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN, auch wenn die Konstellation und die (emotionalen und psychologischen) Kräfteverhältnisse hier ganz andere waren. Vielleicht hätte sich der Film besser nur mit Freud befassen sollen.
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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 04.07.2012 Es ist inzwischen eine regelrechte Flucht ins Psychologische, die Cronenberg, scheinbar geplagt von seiner Vergangenheit als Body-Horror-Auteur, betreibt. Sie führt ihn ins frühe 20. Jahrhundert, wo er sich auf ein teilweise inzestuös selbstanalytisches Dreiecksspiel einlässt. Das Cronenberg'sche in diesem Drama liegt darin, dass sich freundschaftliche, berufliche und erotische Interessen durch nicht unintelligente, mitunter verflochtene Dialoge miteinander vermischen. Keira Knightley zieht dabei leider viel zu sehr vom Leder und vergisst beim Grimassieren die Verhältnismäßigkeit. Ein wenig zieht ihre Chargiererei das Verhältnis der Figuren auseinander. Ansonsten kann man nur sagen: Souverän gelöst, und dennoch sehnt man sich nach dem alten Cronenberg. *weitere Informationen: siehe Profil
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Interessante Biografie mit einem im Kino nicht alltäglichen Thema. Wer schon immer etwas mehr über die Anfänge der Psychoanalyse, deren Hauptprotagonisten Jung und Freud oder einfach eine brillant aufspielende Keira Knightley nicht entgehen lassen möchte, der ist mit Eine dunkle Begierde bestens beraten.