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Lucio Fulci spaltete die Horror-Fan-Gemeinde wie kaum ein anderer. Für die einen sind seine, mitunter, verdammt blutigen und brutalen Horrorfilmchen absoluter Splatter-Kult. Für die Anderen sind die, darüber hinaus, meist sehr inhaltslosen Filmchen nicht mehr als dilettantischer Mist, der sich nur an seinen Blut-Szenen aufzuziehen versucht. Wenn ich mich zu einer dieser Gruppen zählen müsste, dann würde ich mich wohl eher zur Letzteren zählen. Obwohl Fulci durchaus auch gute Stücke gebracht hat (z. Bsp. "Geisterstadt der Zombies"), so sind seine meisten Streifen eher langweilige Blutopern, die eben außer Gore nichts zu bieten haben. Und "Nightmare Concert" ist dabei eines der traurigsten Beispiele seiner "Schaffenskunst"!

"Nightmare Concert" ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung heftigster Gore- und Splatterszenen, die auf die Dauer einfach nur ermüdend sind. So etwas wie eine Story darf man hier überhaupt nicht suchen, denn es ist keine vorhanden. Nicht einmal ein dünnes Irgendwas, was die Splatterszenen zusammenhält oder wenigstens als Aufhänger dienen könnte. Nein überhaupt nichts!

Alles was der Film zu bieten hat ist Blut und Brutalität. Was Fulci hier veranstaltet ist ein Splatterfest, der absolut abartigsten Sorte, bei dem es selbst manch eingefleischten Splatterfreaks schlecht werden könnte. Was sich die meisten Menschen nicht einmal in ihren schlimmsten Alpträumen ausmachen dürften, wird einen hier vor Augen geführt und zwar so, dass es einfach nur abstoßend auf den Zuschauer wirkt. Im Gegensatz zu anderen Splatterfilmen alla "Braindead" o.ä. gibt es hier keinerlei Ironie, keinerlei Atmosphäre, keinerlei Spannung, keinerlei Sinn. Dadurch wirkt das ganze weniger wie ein Film, sondern einfach wie eine pervers-brutale Auslebung eines kranken Geistes. Und zudem werden diese abgefilmten Scheußlichkeiten auch noch des öfteren wiederholt, so das man sich schon nach einigen Minuten nur noch langweilt. Und spätestens wenn man dabei zusehen muss, wie ein Kind Detail-genau geköpft wird, sollte man dieses Machwerk verachten, denn so etwas hat wirklich in keinem Film etwas zu suchen!

Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass die meisten Szenen eh nur aus älteren Fulci-Machwerken zusammengeklaut wurden (der Regisseur beklaut sich quasi selber) und daher keinerlei Idee in diesem Film steckt. Einzig und allein das Auftreten von Fulci selbst kann man als positiv bezeichnen.

Und wenn man sich nun die Splatter-Szenen mal als solches anschaut, muss man leider zudem auch feststellen, dass sie nicht sonderlich gut geworden sind. Manchmal sieht man sogar ziemlich stark heraus, dass es sich nur um Attrappen oder ähnlichem handelt. Eigentlich dürfte man von einem Regisseur, der sich nahezu buchstäblich dem Splatter verschrieben hat, doch etwas besseres erwarten. Von einem Tom Savini sind diese Effekte jedenfalls meilenweit entfernt!

Was die "Darsteller" angeht, so fügen sie sich nahezu nahtlos in die grottigen Machart dieses Werkes ein. Stümper ist hier für den einen oder anderen fast noch als Kompliment zu deuten. Schnarchsäcke ohne Ende, die man hoffentlich nie wieder zu Gesicht bekommen muss.

Fazit: Stümperhaftes, mitunter überdimensional pervers-brutales Splatterfilmchen, das ohne auch nur den geringsten Ansatz einer Story, oder sonstiger positiver Eigenschaften wie Atmosphäre oder Spannung, nur eine ekelerregende Brutalo-Szene an die nächste reiht und dadurch maximal abgebrühten Fulci-Fans oder nimmersatten, tabulosen Splatterfans eine Freude bereiten dürfte. Allen anderen dürften sich bei diesem sinnlosen Mist nur langweilen und/oder aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommen!

Wertung: 2,5/10 Punkte!

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