Der Horrorfilmregisseur Fulci wird von halluzinatorischen Blutbildern aus seinen Arbeiten gequält. Daher sucht er den Psychiater Prof. Egon Schwarz auf, der ihn von den Schrecken befreien soll, doch der versetzt Fulci in Hypnose, um ihn als Instrument für seine eigenen Mordpläne zu benutzen. Die Story ist mehr als übersichtlich und vermag den Freund von hintersinnigem Horror zu keinem Zeitpunkt zu begeistern. Interessant ist dieser vorletzte Film des italienischen Altmeisters trotzdem, allein schon, weil er sich selbst spielt und das mit seiner typisch exzentrischen Sichtweise auf sich selbst. Bereits als Nebendarsteller bewies er in seinen anderen Filmen schon des öfteren, wie wenig Talent er zum Schauspiel hatte, hier wird das durch die Hauptrolle noch einmal schön unterstrichen. Technisch wie formal leistet sich Fulci Unmengen von hanebüchenen Schnitzern, dabei kann der erklärte Schundfilmer erfolgreich das große Konzept vermeiden. Vielmehr scheint er ein abschließendes Resümee zu ziehen, denn nicht nur Andeutungen auf seinen labilen Gesundheitszustand finden sich. Mit schwarzem Humor lässt er die Qualitäten aus seinen erfolgreichsten Streifen noch einmal aufblühen und präsentiert eine Ansammlung von ausgewalzten Splatterszenen, die sich nur noch schwerlich vernünftig in eine Story einfassen lassen. Dazu wird der ohnehin schon hohe Anteil an Gore durch Wiederholungen noch mehr ausgebreitet, selbst vor recyclelten Szenen aus seinen vorigen Machwerken wie "Sodomas Tödliche Rache" oder "When Alice Broke The Mirror" schreckt er nicht zurück. Damit spielt sich Fulci nicht nur tatsächlich selbst, sondern scheint abschließend auf sein dubioses Werk zu blicken, bevor er ominös verstarb. Gib dem Esel, was er will, scheint hier das Motto zu sein, während der etwas schräge Humor und Fulcis lächerliche Figur für einige Erheiterung sorgen. Plakativ setzt er immer wieder seine Gewaltphantasien um, ohne die große Geschichte dahinter zu erzählen. Selbstzweckhaft, oftmals sexistisch, frauenverachtend und sinnentleert präsentiert der "Splatterfulci", was viele seiner Jünger von ihm stets sehen wollten und setzt dem blutigierigen Voyeur den Spiegel vor, ungeachtet von seinen zum Teil besseren Filmen anderer Genres. Wer das ernst nimmt, wird zwangsläufig bei einer totalen Niete anlangen, denn für den Cineasten ist das ein zusammengeschnipseltes Werk aus der untersten Schublade. Die Halluzinationen und die Film-im-Film-Sequenzen geben ausreichend Gelegenheit, ein äußerst blutrünstiges Filmchen, garniert mit den typischen Nacktszenen abzuliefern. "Nightmare Concert" versteht sich als abschließendes Gorespecial, in dem die Handlung offensichtlich nur eine Alibifunktion aufweist. Dazu passend gibt es Ausflüge seines durchwachsenen Schaffens bis hin zu Nazi-Exloitation, Sein Schiff, mit dem er in den Abspann segelt, heißt bezeichnenderweise "Perversion". Genau das ist es, wie Lucio Fulci sich selbst sehen wollte, ebenso wie seine Position als Frauenschwarm. Die schlechten Darsteller in dieser Metzelorgie sind genau so unwichtig wie die nicht auf der Höhe der Zeit befindlichen SFX, was den B-Moviefan keinesfalls abschrecken wird. Den Kritikern immerhin gibt Fulci zu guter Letzt noch einmal die Breitseite, um sich nach Herzenslust aufzuspielen, Freunde des schlechten Geschmacks werden schon eingangs passend in das Geschehen eingeführt, wenn eine offensichtlich ausgestopfte Katze in Grossaufnahme im Gehirn herummatscht, super! Wer Fulci hingegen schon immer gehasst hat, braucht das allerdings auch nicht mehr zu sehen.
Fazit: Ist der Ruf erst ruiniert, filmt sich's völlig ungeniert. Konsequenter Abgang von Herrn Fulci, der sich selbst ein passendes Denkmal setzte. 5/10 Punkten