"Nightmare Concert" ist die wohl umstrittenste Arbeit des Kultregiesseurs Lucio Fulci, auch unter den Anhängern des Meisters.
Sicher gibt es offensichtliche Kritikpunkte : Eine Charakterisierung findet überhaupt nicht statt, und statt
einer Rahmenhandlung werden wird dem Zuschauer
eine ziemlich sinnlose Reihung blutigster Splatterszenen serviert.Die schauspielerischen Leistungen sind sehr mäßig und es fällt schwer dem Film zu folgen.
Die extrem langen Splattersequenzen machen den Film auf jeden Fall zu einem der härtesten aller Zeiten,
obwohl die Effeckte oft schlecht sind und das ganze mit einem gewissen Humor serviert wird.
Der ganze Film ist bloß zusammengeschnitten aus älteren Fulci-Filmen und stellt damit ein reines Insider-Werk dar.
Das gilt für die Splatterszenen, aber auch für einen großen Teil der Handlung. Wieviel letztendlich neu dazugedreht wurde kann ich nicht genau sagen, da ich noch nicht alle
Werke des Italieners gesehen habe.
Sowohl für Fulci-Hasser als auch Leute die bisher keine Fulcis gesehen haben ist der Film gar nichts. Um "Nightmare Concert" etwas abzugewinnen muss man sich schon halbwegs im Fulciversum auskennen.
Denn es ist wahrlich bemerkenswert wie geschickt die einzelnen Szenen in den Gesamtkontext eingebettet werden. So wird die Nazi-Orgienszene aus "Sodomas tödliche Rache" überzeugend zu einem Filmset.
Auch die Idee Fulcis sich selbst in einer Art selbstironischer Hauptrolle zu spielen und die
blutigen Höhepunkte seiner eigenen Werke nochmal ganz anders zu erleben ist ziemlich gut, wird aber etwas lieblos ausgeführt.
Man kann dem Film Ideenlosigkeit und auch Sinnlosigkeit unterstellen, aber er nimmt eine absolute Sonderstellung im Werk Fulcis ein. Okkulte Elemente oder Mystery gibt es für seine Verhältnisse auch ziemlich wenig.
Fazit:
Richtig zufrieden sein wird wohl kaum jemand sein mit dem Film, doch für Fulci-Fans und Komplettisten ist er ein Muss.