Hier geht es in jeder Hinsicht multikulturell zu, denn in der Koproduktion aus Italien und Litauen geht es um amerikanische und finnische Soldaten im russischen Wald, wo deutsche Nazi-Zombies ihr Unwesen treiben. Leider ist die Mixtur aus Kriegsfilm und Zombiehorror in den meisten Belangen unzureichend umgesetzt.
Die Eliteeinheit unter der Führung von Martin Stone sollte eigentlich nur einen ominösen Bunker ausfindig machen, doch als die Truppe von feindlichen Soldaten angegriffen wird und einige trotz massiver Einschüsse weiterhin angreifen, müssen sich die Jungs rasch einen Plan einfallen lassen. Doch kaum sind die letzten Überlebenden am Bunker eingetroffen, erleben sie die nächste böse Überraschung…
Was die japanische Foltereinheit 731 für Terrorfilme bedeutet, sind mittlerweile geheime Naziexperimente im Zusammenhang mit Zombies, denn wenn es danach ginge, müssten noch heute Hunderte von denen durch russische Wälder irren.
Auch wenn die Handlung nicht lange herumfackelt und rasch ins Kriegsszenario einsteigt, so lässt einem das Geschehen keine Zeit, einen oder gar mehrere Sympathieträger auszumachen.
Die meisten Figuren dienen als Kanonenfutter, manche tun sich zwar durch mutiges Handeln hervor, doch ein wenig Nähe baut man lediglich zum jungen russischen Überläufer Kolya auf, der zuweilen die lebensrettenden Ideen mitbringt.
Die Handlung folgt indes einem schlichten Schema: Tiefer ins Gebiet vordringen, die Gegend sichern und Zombies abknallen oder im Nahkampf schachmatt setzen. Das funktioniert für eine Viertelstunde recht gut, da die Kamera ordentlich positioniert ist und die Zweikämpfe eine gesunde Härte ausweisen, doch auf Dauer fehlt es an Abwechslung, explizitem Blutvergießen und vor allem kommen Atmosphäre und Spannung zu kurz.
Bereits nach kurzer Zeit verkommt das Treiben zu einem seelenlosen Einheitsbrei ohne Überraschungen oder abwechslungsreiche Ideen. Selbst als die Truppe ein Auto findet oder jemand von einem Pferd aus Gegenwehr leistet, ist das Interesse bereits merklich abgeflacht.
Zudem kommt man über ein paar blutige Einschüsse und ein Messer in der Stirn nicht hinaus, Fressszenen werden lediglich angedeutet, der Rest verschwindet ungesehen im Halbdunkel der zumeist austauschbaren Kulissen.
Zwar ist die Ausstattung noch passabel ausgefallen und auch die wenigen Explosionen sehen okay inszeniert aus, doch auf darstellerischer Seite findet sich niemand, um die eindimensionale Chose abwechslungsreich aussehen zu lassen. Auch der Score weiß nur selten etwas mit der Action anzufangen und dümpelt eher unmotiviert im Hintergrund.
Ein austauschbarer Wald im Nirgendwo, farblose Soldaten mit teils dummen Dialogen, Zombies zwischen Kampfkunst und totaler Dummheit mit schwachem Make-up und ein Drehbuch, welches locker auf die weiße Fläche einer Zigarettenschachtel passt, - ein schwacher Versuch, Zombietreiben mit der dünnen Handlung eines eher vagen Kriegsgeschehens ohne sonderlichen Hintergrund zu vereinen und folgerichtig weit entfernt von einer Empfehlung.
3,5 von 10