In den Wäldern des russisch-finnischen Grenzgebietes mitten im 2. Weltkrieg 1941 ist ein amerikanisches Kommando-Unternehmen auf dem Weg, mit verbündeten Finnen einen versteckten deutschen Bunker zu finden - dort ist ein unheilvolles Experiment geglückt, Tote wieder zum Leben zu erwecken. Jene Untoten setzen den Soldaten unterwegs schon bald übel zu und dezimieren die immer kleiner werdende Truppe. Verstärkt durch einen russischen Überläufer mit Ortskenntnissen entdecken sie auch alsbald den Bunker, aber der ist gespickt mit rasenden Untoten...
Dem Titel nach ist War of the Dead: Band of Zombies ein weiterer Vertreter des Horror-Sub-Sub-Sub-Genres Nazi-Zombies - tatsächlich aber handelt es sich um einen reinen Kriegsfilm, der ein paar Horror-Szenen beinhaltet. Regisseur und Drehbuchautor Marko Mäkilaakso hat den Streifen schon 2007 begonnen, aber erst 2011 fertigstellen können - es wurde die bis dato teuerste Produktion eines Films in Litauen. Ja, das hilft jetzt ungemein weiter...
Aber viel mehr als ein nächtliches Umherirren durch Wälder, Dörfer und Bunkergänge bei ständigem Herumballern hat der Streifen auch nicht zu bieten - obwohl sich schnell drei Hauptfiguren herauskristallisieren, reicht deren Charakterisierung zu keiner Zeit auch nur für ein geringes Mitfiebern, obwohl mit Andrew Tiernan als Captain Martin Stone ein markantes Gesicht dabei ist. Schlecht dargestellt sind leider auch die vermeintlichen Zombies, die mal wieder wie Mutanten auftreten und eher an die rasenden Infizierten aus 28 days later erinnern: Grunzend kommen sie angelaufen, sofort rattern die MGs und Schluß ist mit ihnen. Irgendwann stehen sie aber wieder auf und laufen weiter - wobei ihre Vitalität nicht konsistent ist: Manche kann man im Handgemenge besiegen, andere müssen erst zerlöchert werden. Die verwendeten Uniformen aller Beteiligten lassen kaum Schlüsse auf deren Zugehörigkeit zu - nur in wenigen Szenen haben ein paar der Mutanten deutsche Helme auf, weitere Abzeichen (wie Kragenspiegel, Armbinden etc.) gibt es nahezu nicht. Daß Amerikaner und Finnen 1941 gemeinsam gegen Russen gekämpft haben ist sowieso völliger Unsinn, und wieso die Deutschen in Karelien einen geheimen Bunker haben sollen, entzieht sich auch jeglicher historischen Logik.
So wird also munter herumgeballert und die fehlende Substanz (vor allem an Handlung) durch ständige Ortswechsel überbrückt. Dabei ist die Location an sich, die verwendeten Requisiten (z.B. der Oldtimer, mit dem die Soldaten durch den Wald gurken) und der Score für ein B-Movie sogar ungewöhnlich gut - leider spielt der Großteil der Geschichte im Dunklen und eine teilweise wackelige Kamera macht das Zusehen zum Ratespiel: Oft weiß man gar nicht, wer gerade angreift und getroffen wird - sind es jetzt die Russen oder weitere Nazi-Zombies oder ganz jemand anderes?
Dabei merkt man dem Film an, daß sich die Regie zumindest einige Gedanken gemacht hat - nur leider werden diese wenigen Fäden nicht weiter- und schon gar nicht zusammengeführt. Da wäre beispielsweise das geheimnisvolle Artefakt, eine Art metallische Uhr oder Küchenwecker, an der man drehen kann: Mindestens ein halbes Dutzend Mal fällt der Blick auf dieses geheimnisvolle Teil - aber was es darstellt oder was damit bezweckt werden kann, wird niemals auch nur ansatzweise erklärt oder aufgelöst. Der Überläufer Kolya weiß verdammt viel über die Gegend, über den Bunker etc. - wieso läuft er über und wieso wundert sich Captain Stone nie über dessen präzise Angaben, die auch eine Falle darstellen könnten? Höhepunkt der Sinnlosigkeit ist irgendein Mädchen, das unterwegs entdeckt wird - es ist eine ex-Freundin von Kolya (was für ein Zufall), die kurz darauf einfach verschwindet und etwas später wiedergefunden wird um in Kolyas Armen zu sterben - wtf?!
Das jederzeit vorhersehbare Ende gerät dann auch genauso unspektakulär wie der ganze Film an sich. Die Thematik Bunker--Nazi-Zombies--PengPeng wurde 2012 in Outpost: Black Sun noch einmal drei Potenzen mieser durchgekaut (ja, das geht tatsächlich) - schon von daher muß War of the Dead: Band of Zombies etwas besser abschneiden, aber mehr als 2,51 Punkte sind einfach nicht drin.