SPEED RAGE
…oder einfach nur RAGE, wie der Film im Original heißt, war mein Einstieg in die bunte Welt von PM Entertainment. Gott, hab den Richard und den Joseph selig…
Alex Gayner (Gary Daniels) ist ein ganz besonderer Grundschullehrer. Während er für seine Schüler „den Affen macht“ und singend seine Tochter im Auto herumkutschiert, macht er nebenher Bodybuilding, ist Meister aller Kampfsportarten und hat sogar einen Sifu!
Eines Tages gerät er in eine (für PM-Verhältnisse höchst unspektakuläre) Verfolgungsjagd und wird von korrupten Cops verschleppt, die gerade Opfer für ein neues Forschungsprojekt der Regierung suchen. Aus Alex soll ein „Supersoldat“ geformt werden und eine Spritze mit Chemikalien später ist das Experiment vollendet.
Der neue Supersoldat kann sich jedoch befreien und ist einige Schießereien, Schlägereien und Autowracks später auf der Flucht. An seine Fersen heften sich neben Regierungsagenten und Cops auch noch die Medien. Alle verurteilen Alex Gayner als durchgeknallten Amokläufer.
Alle? Nein! Der heruntergekommene Reporter Harry Johansen (Kenneth Tigar) hat Menschenkenntnis, glaubt an Alex’ Unschuld und beginnt mit seinen Nachforschungen… bevor er dann in PMs NIGHT OF TERROR seine Berichterstattung fortsetzt! ;)
Man muss PM Entertainment einfach lieben! Vor allem ihre kompromisslosen Auto-zerschrottungsorgien. Und SPEED RAGE hat eine der coolsten. Was Alex auf seiner Flucht in einem Tanklastzug alles plattwalzt, ist schon enorm. Polizeiautos und Jeeps, Gemüselaster, einen im Weg „stehenden“ 18-Wheeler und - okay - ein Schulbus geht auch noch rein…
Leider geht SPEED RAGE nach einem furiosen Auftakt ein wenig die Puste aus. Dann kommt nämlich Reporter Harry ins Spiel. Nach etlichen Ermittlungen, Interviews, einem überlangen Kampf zwischen Alex und den Cops an Hochhaus und Hubschrauber, der Family-Reunion und dem Treffen mit dem Sifu geht’s dann aber doch noch mal rund…
In einem Einkaufszentrum kommt es zum Showdown zwischen Alex und seinen Verfolgern. Hier gibt’s wieder schöne Fights, einige Shoot-Outs und eine ordentliche Menge Sachschaden (Fenster, Türen, Regale und Luftballons) zu bewundern.
Absolut gelungen fand ich auch den Gag mit der „PM-Videothek“, durch die sich Alex und seine Verfolger prügeln. Sämtliche frühen PM-Werke sind dort auf Covers und Postern zu entdecken (z.B. Steel Frontier, Zero Tolerance und Lion Strike).
PM-typisch ist auch wieder der starke Kontrast zwischen dem moralischen Gefasel und der völlig gegenteiligen, brutalen und menschenverachtenden Umgangsweise. Dies wurde ja später in Filmen wie RECOIL noch ein wenig gesteigert. Was nicht heißen soll, dass es mich in irgendeiner Art und Weise stört!
Wäre SPEED RAGE ein wenig ausgeglichener (besser verteilte Action, weniger Leerlauf), dann würde der Film in meiner Gunst noch steigen.
So bleibt der Film nach 1.) RECOIL und 2.) FIREPOWER meine Nr. 3 bei Pepin & Merhi!
7/10 Punkten, diBu!