Review

Hier tobt sich die PM Schmiede mal wieder so richtig aus. Richard Pepin und Joseph Merhi scheinen ordentlich gespart zu haben, um sich diese Materialschlacht leisten zu können. " Speed Rage " ist ein sehr hochwertiger B-Film, bei dem Merhi selbst Regie führte. Hauptdarsteller Gary Daniels war zu dieser Zeit gerade dick im Geschäft und lieferte stets sehr gute B-Kost bei seinen Fans ab. Nur das Drehbuch von Joseph Barmettler und Jacobsen Hart ist viel zu dünn geraten. Aber das wird den Actionfan nicht stören. Wer sich gute 90 Minuten amüsieren will, der holt sich entweder das uncut Tape von Ascot, oder greift auf eine ausländische DVD zurück. Auf jeden Fall ist " Speed Rage " eine von Merhi´s besten Regiearbeiten und auch gleichzeitig ein kleiner Höhepunkt in der PM Filmographie.
Story:
Alex Gainer ( Gary Daniels ) führt ein unauffälliges Leben, ist von Beruf Grundschullehrer und hat Frau und Tochter. Doch eines Morgens wird er von Polizisten in ein geheimes Labor verschleppt. Hier bekommt er eine Art Droge gespritzt, die ihn kurze Zeit später ausrasten lässt. Alex flieht aus dem Labor und liefert sich eine lange Verfolgungsjagd mit der Polizei. Nun ist er auf der Flucht und hat den gesamten Polizeiaperat gegen sich. Nur der Reporter Johansen ( Kenneth Tigar ), welcher die Story übernimmt, beginnt Alex zu glauben. Nun will er ihn mittels einer Livesendung aus der Patsche helfen. Doch die dubiose Firma, welche aus Alex einen Supersoldaten machen wollte, will das nicht zulassen. Mit allen Mitteln muss die Sache vertuscht werden und Alex muss auch dran glauben.

Die Story hat nicht gerade viel zu bieten und ist nur ein kleiner Aufhänger für die vielen Actionszenen. Die Amerikaner wollen mal wieder Gott spielen und einen Supersoldaten entwickeln, diesmal mit Hilfe einer Droge. Natürlich ist auch der Fiesling ein absoluter Patriot, der dem Land nur helfen möchte. Auf die Minimalstory darf man einfach nichts geben und nicht zu genau hinhören, das Ganze ist ziemlich platt. Auch etwas peinlich ist Daniels anfänglicher Auftritt bei den Schulkindern, driftet schon beinahe ins Lächerliche ab, aber Gott sei Dank wird er sehr schnell verschleppt und macht somit keinen Affen ( Monkey ) mehr vor dem Publikum. Merhi gibt hier absolutes Vollgas, was die schlappe Story auch bitter nötig hat, um die Logiklöcher oder sonstige Schwächen einigermaßen zu übertünchen. Einziger Bremsklotz ist die Nebengeschichte um den Reporter Harry. Dies kann man negativ und positiv sehen. Negativ ist, dass das Tempo eindeutig gebremst wird, positiv ist, dass man die Rahmenhandlung ein bisschen aufwerten kann. Es geht hier nun mal hauptsächlich um die Action, auch die Spannung spielt eine untergeordnete Rolle, ist aber zumindest im soliden Maße vorhanden.
Dafür lasst man sich in den Actionszenen nicht lumpen. Daniels poliert Dutzenden von Gegnern die Kauleisten und präsentiert seine ganzen Martial Arts Fähigkeiten. Außerdem gibt es eine der besten PM Verfolgungsjagden zusehen. Diese Szene geht knapp zehn Minuten und lässt viele Explosionen und verschrottete Autos zu. Selbst die kurzen Shootouts überzeugen hier voll und ganz. Der Bodycount steigt recht rapide an, lässt aber eher wenige blutige Einschüsse zu. Um das Ganze noch mehr aufzuwerten, setzt Merhi gekonnt einige Zeitlupen ein. Auch die Inneneinrichtungen werden stets fast vollständig zerstört und was hier Fensterscheiben zerdeppert werden, ist eine wahre Pracht. Dazu noch jede Menge Stunts und spektakuläre Moves. Der Actiongehalt ist für diesen eineinhalbstunden Film sehr hoch geworden, Längen kommen Keine zustande.
Gary Daniels weiss die Zuschauer zu unterhalten, nur sein Familienfreundliches Betragen am Anfang steht ihm überhaupt nicht. Doch später als er auf " Speed " ist, macht er seinen super Job. Kenneth Tigar bringt ein bisschen Witz in die ernste Sache. Das restliche Feld hält locker den guten Durchschnitt beim Schauspielern.

Fazit:
Dieser Film macht einfach Laune und präsentiert Gary Daniels in Hochform. Es gibt ordentlich auf die Glocke und die Action lässt auch sonst keinerlei Wünsche offen. Die Story ist dafür sehr schwach, aber die rasante Umsetzung lässt keine Längen zu. Zu keiner Zeit sieht " Speed Rage " billig aus, Explsionen und Sachschäden sind handmade. Kulisse, Darsteller und Score sind auf gutem Niveau vorzufinden. Wer B-Movies oder einfach nur Action mag, wird hier bestens bedient.

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