Review

„Speed Rage“ ist ein eher seelenloser PM-Streifen und das obwohl Joseph Merhi hier selbst Hand anlegte und die Regie übernahm.
Ein schmieriger Sheriff will für ein geheimes Regierungsexperiment einen Haufen illegaler Einwanderer haben, die niemand vermisst. Doch sein Kontaktmann weigert sich, worauf es zu einer Schießerei kommt. Damit klärt sich schon mal die Frage, wie man wohl einen Anreißer in den Beginn stopfen kann, aber die gebotene Ballerei ist ganz OK, auch wenn man bei PM schon wesentlich besseres gesehen hat.
Von all dem weiß Grundschullehrer Alex Gayner (Gary Daniels) nichts. Er unterrichtet die lieben Kleinen, doch dann läuft ihm auf einer Autofahrt der flüchtige Kontaktmann vors Auto und kidnappt ihn. Die korrupten Polizisten beenden die Geiselnahme – sacken aber Alex ebenfalls als Versuchskaninchen für die Erzeugung eines Supersoldaten ein. Wie üblich beim PM dürfen bekannte Actionfilme als Ideengeber funktionieren und hier hat man „Universal Soldier“ etwas nachgeeifert.

Doch Alex kann sich aus dem Labor befreien und fliehen. Er ist der beste Kandidat aufgrund seiner körperlichen Fitness, weshalb man ihn auch nahm, obwohl die eigentliche Parole lautete nur Leute zu nehmen, die keiner vermisst. Doch die finsteren Hintermänner sind hinter ihrem wehrhaften Elitesoldaten her…
An sich macht „Speed Rage“ gar nicht so viel verkehrt und läuft nach bekanntem PM-Schema ab, aber es gehört doch nicht zu den Highlights aus diesem Hause, da es einfach an Seele fehlt. Die Optik ist eher auf TV-Niveau (ähnlich wie bei „Recoil“ oder „Underground“) und außer Action kann der Film nichts bieten. Die Sprüche sind uncool und auch die Figur des Reporters reicht nicht aus, um genug Humor in den Film zu bringen. Lediglich ganz amüsant ist die Tatsache, dass bei der Klopperei in der Videothek nur Poster und Pappaufsteller anderer PM-Filme zu sehen sind.
Die Handlung ist wie bei PM gewohnt behelfsmäßig. Alex flieht und bekommt immer wieder Stress mit den Verfolgern, ehe im Showdown dann auch das letzte fiese Subjekt niedergemacht ist. Alles wenig originell und das selbst für PM-Verhältnisse. Zudem sind dann noch sinnlose Szenen, die wohl einfach nur drin sind, weil der Drehbuchautor glaubte, dass so was in den Film gehört: Die Andeutung einer Liebesszene zwischen Alex und seiner Frau, der Besuch beim Lehrmeister usw.

Leider kann die Action auch nicht genug reißen, um den Film etwas mehr als überdurchschnittlich zu machen. Die Shoot-Outs sind nett (vor allem wenn Alex mit MP 5 und Uzi beihändig ballert) und die Fights von Gary Daniels sind mal wieder klasse choreographiert. Leider gibt es dies vor allem im Showdown und beim Ausbruch zu bestaunen, sonst tritt Daniels nicht soviel in Aktion. Ansonsten wäre da noch der Hubschrauberstunt auf dem Dach (gut gemacht, aber hätte man mehr rausholen können, um es spektakulärer aussehen zu lassen) und die lange Verfolgungsjagd nach dem Ausbruch. Diese ist zwar handwerklich OK, aber viel zu lang und gleichförmig, so dass sie nach einer Weile langweilt (vor allem das x-te Durchbrechen einer Straßensperre geht auf den Senkel).
Gary Daniels macht einen gewohnt ordentlichen wie charismatischen Heldenjob und auch die restlichen Darsteller sind auf ordentlichem PM-Niveau. Die Fiesling sind ordentlich schmierig, die guten Regierungsbeamten befehlsgewohnt wie ausdruckslos und die Reporter schlitzohrig.

Nette Action, aber insgesamt recht seelenlos und wenig originell. Damit ist „Speed Rage“ nur Durchschnitt oder knapp drüber.

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