Review

In manchen Fällen fragt man sich, wie eine schlichte Produktion ohne sonderlichen Aufwand auf ein beträchtliches Budget, in diesem Fall geschätzte 8 Millionen Dollar kommen kann.
Die durchweg unbekannten Darsteller machen wohl den geringsten Teil aus, aber auch die wenigen 3D-Effekte dürften kaum soviel verschlungen haben. Möglicherweise hat man Teile der partiell opulent wirkenden Kulisse nachgebaut, - der einzige Aspekt, der an diesem Streifen halbwegs überzeugen kann.

Der Prolog verdeutlicht bereits, dass die Drehbuchautoren nicht an logischen Sachverhalten interessiert sind: Ärztin und Suchtspezialistin Susan Karter experimentiert in einem umfunktionierten Kloster mit einigen Patienten und findet heraus, dass der Stoff einer exotischen Biene bei ihren Versuchen hilft, denn die jeweiligen Süchte manifestieren sich anschließend in einer Art Geschwulst, was jedoch ein Eigenleben entwickelt.
Nach dem Tod der Forscherin erbt Sohn Brian das Anwesen und will es mit einer Gruppe von Freunden zumindest mal besichtigen, was sich als fataler Fehler erweist…

Nach dem Trash der ersten Minuten könnte man auch von einer augenzwinkernden Parodie ausgehen, doch als die Handlung zum eigentlichen Hauptteil umschwenkt, macht sich rasch Ernüchterung breit.
Oberflächliche Charaktere, die gerade mal einen Namen erhalten, banale Dialoge und ein diffuses Vorgehen der Protagonisten offenbaren bald, dass hier kaum etwas zusammenpasst.

Dass die unbekannte Freundin der verstorbenen Mutter, welche die Gruppe durch die Räumlichkeiten führt, ein Geheimnis verbirgt, wird ebenso schnell klar, wie die Anwesenheit einer mysteriösen Komponente, denn nicht ganz zufällig wird ein Geheimgang entdeckt, der in eine Art Tunnel-Labyrinth führt, wo man nach einiger Zeit auch die Laborräume der Ärztin vorfindet. So wird die Gruppe getrennt und nach einer Weile dezimiert, wobei zum Teil nicht genau festzulegen ist, was mit den Opfern geschieht, da einige sang und klanglos verschwinden, andere von einer unheimlichen Macht aus dem Bild gezogen werden.

An kleinen Schockmomenten gibt es lediglich zwei Fratzen und eine Art schwarze Tentakel aus dem Mund eines dämonisch wirkenden Antlitzes, was in seiner computergenerierten Form nicht sonderlich beeindruckend rüberkommt, obgleich die kleinen Jump Scares vom Timing her okay sind.
Die Bienenschwärme, die ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen, wirken aus der Distanz reichlich künstlich, vereinzelt auftretende Insekten sehen von Nahem betrachtet hingegen okay aus.

Die Handlung gleicht demgegenüber fast schon einer Schnitzeljagd, denn immerhin ist recht viel Bewegung im Spiel und es werden zahlreiche Örtlichkeiten abgeklappert.
Hier ein enger Schacht, dort ein Tunnel, dann fällt jemand in eine Grube, ein Generator muss auch noch in Gang gebracht werden, dann wieder ein Forschungsraum und sogar ein alter PC, der innerhalb von drei Sekunden hoch gefahren ist und sogleich ein aufgezeichnetes Video der dubiosen Ärztin abspielt.
Dabei sind ständig Türen blockiert oder es fällt ein robustes Gitter herab, so dass die Gruppe zusehends voneinander getrennt wird.

Wie eine FSK16 bereits vermuten lässt, sind Bilder brutaler oder gar blutiger Szenen nicht auszumachen, selbst bei einem Übergriff im letzten Drittel ist die Kamera weit vom Geschehen entfernt.
Ansonsten liefert jene solide Kost und auch der Schnitt funktioniert einigermaßen, während der Score ein wenig zurückhaltend ist, jedoch brauchbares Material liefert.
Nur die blassen Mimen fallen ein wenig heraus, da hier niemand sonderlich überzeugend performt, jedoch auch keiner entsprechend gefordert wird.

Das größte Manko bleibt jedoch das verfahrene Skript mit endlos vielen Logiklöchern, einer rundum hanebüchenen Erklärung und dem fast durchweg irrationalen Verhalten der umher irrenden Protagonisten.
Spannung will sich bei alledem nur allzu selten einstellen, die Effekte sorgen nicht gerade für Gänsehaut und auch der obligatorische Abschlussgag bewirkt kein Schmunzeln.
Lediglich die Kulisse vermag ab und an zu punkten, was für einen Streifen, der unverständlicherweise 3D impliziert, insgesamt und überhaupt zu wenig ist.
3 von 10

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