Vorwort:
Facebook, Twitter und co. Dort geben wir alles von uns preis. Oft unter falschen Benutzernamen um Anonym zu bleiben, doch leider kann der sogenannte Datenschutz nicht immer greifen. Was passiert wenn sich jemand Zugriff auf all deine Daten, deine E-Mails, private Messages und den Browserverlauf verschafft? Vielleicht ist das ja schon lange passiert und Big Brother is watching you?
Inhalt:
Vier Social-Network-User gewinnen über ihre Online-Community-Seite eine Reise nach New York in einem luxuriösen Privatjet. Während des Flugs haben sie die Möglichkeiten viele Preise bei einem Gewinnspiel mit Fragen über ihren Account zu gewinnen. Was sich vorerst wie ein lustiger Spaß anhört, wird bitterer Ernst. Wer die Regeln missachtet wird bestraft. Und zwar mit dem Leben der Menschen in ihrer Freundesliste.
Kritik:
Mit Beginn des Quiz über die eigene Person beginnt auch der Psychoterror. Die Fragen scheinen vorerst nicht sehr persönlich und recht willkürlich. Doch der über die Boxen der Bordkabine mit den Teilnehmern kommunizierende Moderator deckt mit ihnen die wahren Gesichter der Vier auf. Er kennt all ihre Geheimnisse...dank dem Internet. So stellt sich heraus, dass keiner der Passagiere eine weiße Weste trägt, alle sind sie Lügner oder Heuchler, die vorgeben anders zu sein und andere und sich selbst damit täuschen. Trotzdem fiebert man mit ihnen mit, da sie erstens, symphytisch sind, trotz ihrer Macken und sie, zweitens, keine Stereotypen sind.
Auch wenn die erste Hälfte physisch nichts passiert, zieht sich die Spannungsschraube an und die Fragen und die damit in Verbindung stehenden Wahrheiten sorgen für allerhand Psychoterror. Mit den ersten Regelverstößen beginnt dann aber das Morden der Netzwerkfreunde, welches über Video im Snuff-Film Look gezeigt wird. Explizit wird es allerdings nicht. Die Ausweglosigkeit, die Spannungen, die innerhalb der Gruppe entstehen und die intensive psychische Belastung sind um einiges unerträglicher als jeder Splattereffekt.
„Panic Button" ist verdammt spannend und verdammt mitreißend. Im Handlungsverlauf gibt es immer wieder kleine Überraschungen und Wendungen ohne den Film aber um 180° zu drehen. Einige gefallen sehr gut, andere, vor allem die am Ende wirken aufgesetzt. Es wird sich bemüht das Motiv unbedingt zu erklären, hier wäre freies Interpretieren besser gewesen. Die Kritik am Datenschutz und an den Sozialen-Netzwerken, die in der ersten Filmhälfte immer präsent ist, hätte mir schon ausgereicht. Ein persönliches Motiv war unnötig. Genauso die letzten Filmminuten nach dem Finale.
Fazit:
„Panic Button" hat überraschend frische Ideen, wenig Klischees und ist dazu noch durchgehend spannend. Ein echter Geheimtipp für Freunde von Psycho- und Horrorthrillern. Seit „Saw" zeigt uns „Panic Button" nach langem Warten, dass wohl sadistischste Spielchen und überzeugt als kleiner, feiner Low-Budget-Reißer. Und jetzt überlegt euch eines. Was gebt ihr von euch preis im Netz, auch wenn ihr es anscheinend anonym macht. Wie oft lest ihr euch Nutzerbedingungen durch? Habt ihr es bei eurer Ofdb-Registrierung getan? ;)
8 / 10 Pkt