Review

Würden in diesem Film nicht Reese Witherspoon und Mark Wahlberg mitspielen, hätte man ihn inzwischen im Tal des Vergessens abgelegt, so aber kramt man ihn öfters mal wieder raus, denn schließlich ist das übelste Kolportageware der Marke „Mein Freund, der Psycho“. So etwas geht immer, ob bei Stern TV, Lenßen und Partner oder im Kino.

Aufgekocht wurde dieses Klischeesüppchen mit allen Zutaten, die eine gute TV-Produktion schon mal ausmachen. Neues Elternpaar nach Scheidung, latent rebellische Teenietochter, läufige beste Freundin, netter bester Freund und natürlich die neue Bekanntschaft mit einem Modellschwiegersohn, der sich als mordlüsterner „Lovesick“-Maniac herausstellt und blind eifersüchtig noch dazu.

Das lässt James Foley nun alles ablaufen wie ein Urwerk und damit gibt’s in diesem Groschenheftchenreißer auch schon bald auf die Ohren mit allem Sinn und Unsinn der dazu gehört.
Der neue Freund ist so schmierig-unterwürfig-höflich, da muß natürlich NUR der Vater aufmerksam werden, die beste Freundin wird auch noch gepoppt, der Killer entpuppt sich als Waisenhauskind, der Anwalt kann nichts machen, der Vater nimmt kleinkindhaft Rache und die Band(e) der bösen Buben macht natürlich sofort auf mordlüsternen Indianerangriff auf das (logo!) einsam gelegene, aber (aha!) perfekt einbruchssichere Haus der Familie.
Naja, wer schon mal einem Musiker sein Instrument zerbrochen hat, kann diese Reaktion natürlich verstehen.

Keiner der Beteiligten muß auf seine Leistung hier besonders stolz sein, William Petersen spielt von der Stange, Miss Witherspoon will nun gar nicht zu bitchigen Alyssa Milano passen und Babyface Wahlberg übte da noch für spätere Taten, provoziert beim Publikum aber die nötigen Aggressionen, insofern hat er seine Mission erfüllt.
Das große Finale inclusive Mord und Totschlag ist da nur folgerichtig zusammengemixt aus Panik, Tränen, ziemlich beknackten Entscheidungen einzelner und der finalen Gerechtigkeit, die den Butzemann ereilt.
Spaß gemacht hat natürlich nur die Szene, in der der kleine Bruder (geschätzte 10 Jahre) einen der Angreifer mit dem Geländewagen umbügelt.

Also alles in allem Konfektionsware, wie man sie oft und öfter zu sehen bekommt und wo auch der schlichteste Geist sich zwischendurch mal gepflegt vor die Stirn schlagen darf. Macht aber am Schluß ein gutes Gefühl oder erleichtert, insofern das Äquivalent zu Vollkornbrot. (5/10)

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