Och joa, so für Zwischendurch gar nicht mal so schlecht.
Sicherlich hat sich James Foley keinen Bruch gehoben, als er die wenigen Steinchen an Kreativität in sein Film-Bauwerk mauerte.
Aber recht brauchbare Darsteller und ein knackiges Finale bügeln die Mauern des Häuschens wieder glatt. Am Ende sieht es ganz schön aus, so wie die anderen Häuser in der Thriller-Straße.
Und immerhin hat dieses Haus ein starkes Fundament: Einen Psychopathen!
In diesen verliebt sich nämlich die 16-jährige Nicole (Reese Witherspoon), die seit einem Jahr bei Dad und dessen neuer Frau lebt. Doch irgendwann zeigt David (Mark Wahlberg) sein wahres Gesicht, woraufhin Nicole Schluss macht.
Doch ein Psychopath lässt sich nun mal nicht so einfach abschütteln…
Das ist natürlich konservative Einheitsware, wie sie uns seit „Kap der Angst“ zu Dutzenden in den Videorekorder gekommen ist.
Aber ich habe ein Faible für diese unberechenbaren Psychopathen, die zu guter Letzt auch noch Haus und Hof der kompletten Familie bedrohen.
Zu Beginn zeigt sich David natürlich von der besten Seite, hilft Nicole bei der Flucht aus einem Club, als dort ein Chaos ausbricht und landet mit ihr an irgendeinem Ufer in lauer Sommernacht. Zugegeben, so wie der Typ schleimt und eiert, spricht im Normalfall kein Mensch, geschweige denn, kann er dadurch das Herz einer Frau gewinnen, aber egal.
Da verwundert es auch nicht, dass David bei Nicoles Familie mächtig Eindruck schindet, Stiefmutter das Bäumchen einpflanzt, Schäferhund „Kaiser“ zum Schoßhund macht und den jüngeren Bruder mit der Kumpelmasche einwickelt.
Nur Dad wird hellhörig, als er von David ein schroffes „Hol mir ´ne Cola“ vernimmt. Seitdem kann er ihn nicht ab und ist mit allen Mitteln darauf bedacht, sein Töchterchen zu schützen. Väterlicher Instinkt halt.
Aber er sollte Recht behalten, denn David knallt total durch, als er Nicole einen Kumpel umarmen sieht, worauf hin unsere Next Door Nikki erstmal die Nase voll hat und das Auge blau.
Bei einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Dad und David wird noch mal so richtig Hass geschürt und dann ist Dads Wagen demoliert, Dad demoliert wutentbrannt die Behausung von David und seiner Gang und diese belagert wiederum das von Dad eigens auf Sicherheit und Überwachung konstruierte Heim.
In der letzten halben Stunde wird ordentlich an der Spannungsschraube gedreht und das Finale, mit Belagerung, Eindringen und Gegenwehr ist ordentlich temporeich ausgefallen.
Da darf man sich nicht wundern, wenn ein etwa Achtjähriger ein Autotelefon anschließt und mit einem Jeep einen bösen Wicht umnietet.
Überhaupt sollte man sich über einige Logiklücken keine Gedanken machen, die schließen sich durch den enormen Unterhaltungswert.
Natürlich hätte man hier ein paar Dinge besser machen können, mal davon abgesehen, dass die Story nun wirklich keine sonderlich überraschende ist.
Warum David zum Psychopathen wird, Motive, Hintergründe, werden nicht geliefert.
Hier wäre etwas mehr als oberflächliche Charakterdarstellung, als nur böser Blick oder halbherziges Lächeln, nötig gewesen.
Etwas mehr Screentime mit unberechenbaren Ausbrüchen hätte die Dramatik indes noch deutlich vorangetrieben, - so gibt es nur ein Befingern während einer Achterbahnfahrt und künstliches Gesülze seitens David.
Dabei spielt Mark Wahlberg den Psychopathen gar nicht mal so schlecht, zwar etwas einfältig, was auch am unausgegorenen Drehbuch liegt, aber durchaus mit unberechenbarer Präsenz.
Demgegenüber ist Reese Witherspoon (zu diesem Zeitpunkt) noch nicht so auf der Höhe ihres Schaffens und dient nur einigen Zuschauern als Eye-Candy (mir nicht).
Dann schon eher Alyssa Milano, die zwar nur als Bitch herumturnt, aber innerhalb ihrer Mimik Gefühle erkennen lässt und in einigen wenigen Einstellungen lecker vampt.
Aber am Ende ist das doch nur das X-Mal Gesehene, überraschungsarm und vorhersehbar?
Eigentlich schon, denn „Fear“ bietet nichts, was Filme wie „Wer Gewalt sät“ seitdem nicht schon geboten hätten.
Aber genau diese Art von Filmen mag ich, Gut gegen Böse, Schwarz-Weiß-Malerei oder einfach nur ein Psychopath, der seine Ex nicht in Ruhe lässt.
Und „Fear“ kann auf diese simple Art punkten, zumindest bei mir.
7 von 10