Er war Unterwäsche-Modell, er war Sänger und seit geraumer Zeit ist er nun auch Schauspieler: Milchbubi Mark Walberg. Meist eher in Action-Filmen anzutreffen war er gleich in seinem Spielfilmdebüt, zusammen mit dem Eiskalten Engel Reese Witherspoon, ein abgebrühter Psychopath. Und trotz aller Innovationsrosigkeit kann der Film doch relativ spannende Unterhaltung bieten.
Was die Geschichte angeht ist das Ganze natürlich nicht sonderlich anders zu dem was man schon in zig Psychopathen-Thriller zuvor gesehen hat. Ein Typ der ungefähr so gefährlich wirkt wie Liebling aller Schwiegermütter wird langsam zum besitzergreifenden Psychopathen, der auch vor Mord nicht zurück schreckt und sich nicht eher zufrieden gibt, bis er das hat, was er haben will. Das ist nicht neu, aber dennoch ist es möglich daraus einen spannenden Filmtrip zu machen und das ist hier auch, größtenteils, geschafft worden.
Die Charaktere des Films werden in Ruhe vorgestellt, ohne dabei allerdings großen Wert auf eine gewisse Tiefe zu legen. Danach wird der anfänglich harmlos wirkende Typ zum ersten mal auffällig und entwickelt sich nach und nach zu dem, was er in Wirklichkeit ist. Alles läuft routiniert ab, ohne große Höhen und Tiefen. Zwar gibt es ab und an ein paar heftige Logiklücken, aber wo gibt es die nicht?
Bevor es allerdings zum wirklichen Höhepunkt, dem Finale, kommt, verliert sich der Film leider trotzdem recht oft in Längen. Anstatt sich, wie hier, etwas zu kräftig auf die Liebesgeschichte zwischen David und Nicole zu konzentrieren, hätte man den Psychopathen in David ruhig noch etwas öfter zum Vorschein kommen lassen. Das wäre dem Film wesentlich besser bekommen.
Der Showdown des ganzen Treibens ist dann allerdings wirklich alles Warten wert gewesen. In den letzten 15 Minuten dreht der Streifen noch einmal richtig auf. Wenn die Familie plötzlich von David uns seinen Freunden, im angeblich einbruchsicheren Haus, terrorisiert wird, steigern sich Spannung und Atmosphäre zu dem, was man sich schon eher ab und an mal gewünscht hätte. Zwar kommt das Ende des Treibens dann etwas plötzlich und wirkt abgehackt, aber nun gut!
Bei den Schauspielern ist vor allem Mark Wahlberg eine Erwähnung wert, der den Psychopathen wirklich erstaunlich glaubwürdig spielt. Harmlos zu Beginn, beängstigend zum Schluss, bringt er seinen Charakter wirklich so rüber, wie man es sich wünscht. Aber auch alle anderen Darsteller gehen in Ordnung!
Fazit: Zwar innovationsloser, aber dennoch recht spannender Psychopathen-Thriller, der zwar ab und an mit einigen heftigen Durchhängern zu kämpfen hat, aber mit seinem furiosen Finale wieder einiges an Boden gut macht. Zudem kann Hauptdarsteller Wahlberg wirklich sehr gut gefallen.
Für den kleinen Thriller-Appetit zwischendurch bestens geeignet!
Wertung: 6/10