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Dreiecksgeschichten enden meistens tragisch, denn am Ende verliert immer jemand, meistens sogar alle Beteiligten. Und da der Aspekt Rache in asiatischen Gefilden in den letzten Jahren so einige Horrorstreifen zutage förderte, dachte sich der Indonesier Nayato Fio Nuala, mal seine eigene kleine Rachesuppe zu kochen. Jene wird leider allenfalls lauwarm präsentiert und beinhaltet überwiegend zähe Zutaten.

Santi und Reta sind alte Schulfreundinnen, was Reta nicht daran hindert, sich in Santis Freund David zu vergucken. Als man Reta diagnostiziert, nur noch drei Monate zu leben, fordert Santi ihren Freund auf, eine Beziehung zu Reta vorzutäuschen. Doch Reta übersteht die Zeit und nach einigen Monaten kocht die Eifersucht bei Santi über…

Zu Beginn wird erst einmal ein wenig Verwirrung gestiftet, denn die drei werden in ihren jeweiligen Räumlichkeiten eingeführt. Man erfährt noch nichts über die Beziehungen zueinander, allerdings werden alle drei von Visionen und merkwürdigen Erscheinungen geplagt, - nahe liegend, dass mindestens eine Figur bereits tot ist.
Erst nach und nach veranschaulichen Flashbacks, wie die Verhältnisse entstanden und was dazu führte, dass Santi mit kleinen Blessuren erwacht, Reta von Kopfschmerzen geplagt wird und Daniel angerufen wird, jedoch keine Stimme am anderen Ende der Leitung vernimmt.
Die blitzschnellen Inserts deuten bereits auf Blutvergießen hin und auch einige ungewöhnliche, räumliche Veränderungen weisen auf einen stattgefundenen Schlagabtausch hin.

Bis dieser gegen Finale einsetzt, bleibt die Erzählung beinahe lethargisch und verharrt zulange bei den Figuren, ohne dass ein entscheidendes Ereignis stattfindet.
Auch die etwas eigenwillige Musikuntermalung bringt viel Ruhe ins Spiel; gleiches gilt für die auffallend helle Farbgebung mit viel Weiß und leicht übermäßiger Belichtung.
Erst als es zu einem Autounfall mit schweren Folgen kommt, Santis Kusine Monik dem Geschehen als aufklärendes Element hinzu gefügt wird und ein Krankenbett wie wild durch den Raum zu wirbeln scheint, erwacht die Geschichte aus ihrer fast schon verträumten Ruheposition.

Denn der Showdown bietet einen deutlichen Kontrast zum Vorangegangen, es kommt zu einem erbitterten Zweikampf, bei dem allerlei Gegenstände als Schlagwaffe eingesetzt werden und hier und da ein wenig Blut fließt, was im Vorfeld ebenfalls Mangelware darstellte.
Performt wird die Sache recht solide, nur die Synchro zeigt sich unsicher und bewirkt mit alberner Betonung einiges Kopfschütteln.

Insgesamt vermag die Dreiecksgeschichte jedoch nicht ausreichend zu fesseln. Die Figurenzeichnungen sind vage, es mangelt überwiegend an Emotionalität und als der Twist im Mittelteil im Raum steht, nachdem einige geisterhafte, nicht sonderlich innovative Szenen bereits viel vorweg genommen haben, überrascht der weitere Verlauf überhaupt nicht mehr.

Vom plötzlichen Haarausfall unter der Dusche über der Leichenfratze im Spiegel, dem Huschen im Flur und dem Rütteln an der Tür weiß kaum ein Moment Furcht zu schüren und auch der nebulös aufgezogene Einstieg macht nur bedingt Lust auf mehr.
Da kann das temporeiche Finale kaum die Inhaltslosigkeit der simplen Geschichte kaschieren, - sie bleibt trotz handwerklicher Lichtblicke lahm, vorhersehbar und kaum unterhaltsam.
3,5 von 10

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